Von der Cyber-Attacke waren von der Telekom vertriebene Router der Marke "Speedport" betroffen. Nutzer konnten nicht mehr ins Netz, bei vielen funktionierten auch das Telefon und der TV-Empfang nicht mehr. Nach Recherchen der Sicherheits-Firma IT Cube Systems waren neben den Routern der Telekom möglicherweise auch weitere Provider wie Türk Telekom, die britische Talktalk Group und die spanische Movistar betroffen.

Aus der Politik wurden Forderungen nach mehr Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen lauter. Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) plädierte etwa für eine engere Kooperation von Bund und Ländern. "Wir müssen uns schlichtweg an einen Tisch setzen, Erkenntnisse und Informationen austauschen, dann werden wir auch besser werden", sagte Jäger am Mittwoch dem "RBB-Inforadio". Es müsse verhindert werden, dass Hacker an kritische Infrastrukturen wie etwa die Stromversorgung gelangten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Dienstag bereits für eine engere Zusammenarbeit mit Unternehmen ausgesprochen. Die Politik sei auf die Sachkompetenz der Industrie angewiesen. "Deshalb müssen wir in den Cyber-Fragen eng zusammenarbeiten."

Die Telekom etwa fordere schon länger klare gesetzliche Regelungen dafür, dass Hersteller für Sicherheitslücken zur Verantwortung gezogen werden können, sagte Telekom-Sprecher André Hofmann. Ganz ausschließen ließen sich IT-Attacken nach Auffassung des Digitalverbands Bitkom allerdings nicht. "Der Fensterbauer haftet auch nicht, wenn in eine Wohnung eingebrochen wird oder der Hersteller von Fahrradschlössern für den Diebstahl von Fahrrädern", sagte die Bitkom-Geschäftsleiterin Sicherheit und Datenschutz Susanne Dehmel.

Die Attacke auf die Telekom-Router ist nach Einschätzung von Experten nur die "Spitze des Eisbergs". "Angriffe auf Schwachstellen von Routern sind für Angreifer äußerst lukrativ", sagte Tim Berghoff vom IT-Sicherheitsdienstleister G Data. Bei einem erfolgreichen Angriff könnten die Geräte unbemerkt gekapert und später zu einem Botnetz verbunden werden, über das dann etwa Spam-Mails versendet oder auch sensible Daten ausspioniert werden könnten. (dpa)


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W&V Redaktion
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