Häusliche Gewalt :
Testimonial Johnny Depp beschert Dior-Kampagne Shitstorm

Eine ein Jahr alte Kampagne könnte Dior zum Verhängnis werden. Der Grund ist die hässliche Scheidungsschlacht von Testimonial Johnny Depp. Kritiker werfen der Modemarke mangelnde Sensibilität im Umgang mit dem Thema häusliche Gewalt vor.  

Text: Sebastian Blum

Die Dior-Kampagne mit Johnny Depp hat einen Shitstorm ausgelöst.
Die Dior-Kampagne mit Johnny Depp hat einen Shitstorm ausgelöst.

Droht Dior der Mega-Shitstorm im Netz? Als die Modemarke vor einem Jahr seine Kampagne mit Johnny Depp als Werbegesicht startet, frohlockte noch die Medienlandschaft. "Heiß, heißer, Johnny Depp", schrieb etwa damals die "Kronenzeitung" zum Spot für das Parfüm "Sauvage". Doch mittlerweile hat sich der Wind gedreht: Der schmutzige Scheidungskrieg des Schauspielers, in dem auch die Prügelvorwürfe von Ex-Frau Amber Heard publik wurden, bescheren Dior nun jede Menge Kritik.

Der Grund für den Entrüstungssturm: Die Modemarke hatte vor Kurzem Anzeigen in US-amerikanischen und australischen Magazinen geschaltet. Das Motiv, das einen hemdsärmligen Johnny Depp mit den Worten "Wild at Heart" (im Herzen wild) zeigt, bewerten Kritiker als taktlos. Zumal allein der Name des Produkts "Sauvage", zu deutsch wild, bei manchen Assoziationen mit dem Thema häusliche Gewalt hervorruft. Unter ihnen ist auch Andrew Wallenstein, Chefredakteur von "Variety".

Die Kampagne mit Depp bescherte Dior bereits in Großbritannien negative Aufmerksamkeit, wo im Juni die Frauenorganisation Women's Aid gegen die Werbung der Marke Sturm lief. Auch in Australien gibt es vermehrt Kritik, eine Journalistin schreibt auf Twitter von "einem unglücklichen Timing". Eine Meinung, die ihre Kollegin ebenfalls teilt.

Soll Dior nun die Kampagne mit seinem umstrittenen Werbegesicht einstampfen? Bislang hat sich das Label nicht zu den Vorwürfen im Netz geäußert. Und auch nicht jeder teilt die Meinung der Kritiker. "Grazia" schreibt etwa, es sei "vielleicht auch etwas überzogen", eine Verbindung zwischen dem Wüsten-Spot und den Vorwürfen von häuslicher Gewalt zu ziehen. Ob die Empörung gerechtfertigt ist oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Hier ist der Spot der Kampagne, der im vergangenen Jahr on air ging.