Kausa Beatrix von Storch geht weiter :
Twitter löscht jetzt auch Satire-Tweet der Titanic

In die Twitter-Falle tappt nach Beatrix von Storch auch Titanic: Das soziale Netzwerk sperrte nach dem fiesen AfD-Tweet auch die Satire-Variante. 

Text: W&V Redaktion

Das Satiremagazin Titanic parodiert Tweets der AfD-Politikerin Beatrix von Storch - und wird ebenfalls von Twitter geblockt. Erst hatte der Kurznachrichtendienst einen Tweet der AfD-Bundestagsabgeordneten gelöscht, weil diese sich darüber aufgeregt hatte, dass die Kölner Polizei an Silvester auch in arabischer Sprache getwittert hatte.

Wir erinnern uns: Von Storch hatte an Neujahr in ihrem Tweet von "muslimischen Männerhorden" gesprochen. Twitter sperrte ihren Account vorübergehend mit dem Hinweis auf einen "Verstoß gegen Regeln über Hass-Inhalte".

Nachdem Titanic vermeintlich im Namen der Politikerin erneut über "Barbarenhorden" gewittert hatte, wurde nun auch dieser satirische Tweet gelöscht, der Account des "endgültigen Satiremagazins" ("Derzeit twittert als Gast: Beatrix von Storch (Kürzel: bvs)") wurde geblockt.

So verkündete Titanic das Erlebte: 

Das irritiert neben vielen Twitternutzern auch den Deutschen Journalisten-Verband: Er forderte am Mittwoch von den Verantwortlichen, "jegliche Form von Zensur gegenüber dem Satiremagazin Titanic sofort zu beenden". DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall kritisierte das Verhalten als ”"vorauseilenden Gehorsam, um mögliche Geldstrafen nach dem NetzDG zu verhindern".

Auch Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat die zwischenzeitliche Blockade des Satiremagazins als "Zensur" kritisiert. "Nun tritt ein, wovor wir bereits bei der Verabschiedung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes gewarnt haben", sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Die Plattformbetreiber entschieden "im Zweifel gegen die Meinungsfreiheit", um mögliche Geldstrafen zu vermeiden. 

Das seit Jahresbeginn Januar geltende Netzwerkdurchsetzungsgesetz aus dem Haus von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verlangt von Diensten wie Facebook, Twitter oder Youtube, klar strafbare Inhalte binnen 24 Stunden nach einem Hinweis löschen.

Übrigens: Auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier ist mit einem rassistischen Kommentar bei Twitter aufgefallen - über Noah Becker, den Sohn der Tennis-Legende Boris Becker. Der bereits am Dienstag im Kurznachrichtendienst gepostete Satz "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären." wurde später gelöscht.

Becker, der unter anderem als DJ arbeitet, hatte in einem Interview erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine "weiße Stadt". Er sagte, er selbst sei "wegen meiner braunen Hautfarbe attackiert worden".

W&V Online/dpa


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