Peeple :
Umstrittene App zum Bewerten von Menschen geht an den Start

Markenaufbau dank Proteste: Das umstrittene Leute-Bewertungsportal Peeple ist nun in den USA verfügbar - und profitiert von der weltweiten Medienberichterstattung.

Text: W&V Redaktion

08. Mar. 2016 - 1 Kommentar

Die umstrittene App Peeple, auf der sich Menschen gegenseitig bewerten können, ist trotz enormer Kritik im Vorfeld in Nordamerika an den Start gegangen. Zunächst nur auf Apple-Geräten und in entschärfter Version können Nutzer nun etwa den Kollegen, die Babysitterin oder den Ex-Freund beurteilen.

Über mangelnde Markenbekanntheit können sich die Peeple-Macher nicht beklagen, Medien rund um den Globus berichten und in den sozialen Netzwerken wird seit Monaten über den neuen Menschen-Bewerter diskutiert. Auf Twitter gibt es beispielsweise den Account "WeHatePeeple"Die Gründerinnen selbst, Julia Cordray und Nicole McCullough, haben auf Youtube einen Film platziert, der die weltweite Medienberichterstattung im Herbst 2015 zusammenfasst. Cordray spricht dabei in ihr Telefon: "Wir haben es geschafft." - viel Aufmerksamkeit, mit einem geringen Budget.

Das kanadische Startup erklärte, dass die Texte nur gegen Zustimmung der anderen Nutzer freigeschaltet würden. Allerdings kündigten sie in "naher Zukunft" die erweiterte Bezahlfunktion "Truth Licence" an, die "alles zeigt, dass jemals über eine Person geschrieben wurden, egal ob es auf deren Profil veröffentlicht wurde, oder nicht", hieß es in einer Pressemitteilung.

Der Slogan von Peeple: "Character is destiny". Auf dem Youtube-Channel der Marke erklärt das Unternehmen mit Hilfe eines Films, wie die App funktioniert. 

Bereits im Herbst 2015 hatten die Pläne der beiden Kanadierinnen für einen Aufschrei gesorgt, die nun gelaunchte App entspricht aber nicht genau den Ankündigungen. Cordray und McCullough sollen angeblich sogar Morddrohungen erhalten haben. Auf der Website Forthepeeple.com heißt es, Profile könnten gelöscht werden. Werden Personen bewertet, die noch keine Nutzer der App sind, bekommen sie eine Einladung, damit sie den Eintrag zur Freischaltung prüfen können. (mit dpa)


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1 Kommentar

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Anonymous User 10. März 2016

Gruselig, einfach gruselig. Und doch steht zu befürchten, dass diese App ihren Weg machen wird.

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