Google hatte die Firmenpolitik zum Umgang mit Vorwürfen sexueller Belästigung im November bereits nach Mitarbeiterprotesten geändert.
"In Zukunft werden wir transparenter mit Beschwerden und Bedenken umgehen", versprach Vorstandschef Sundar Pichai damals. "Uns ist
klar, dass wir einiges ändern müssen." Zuvor hatten Tausende Angestellte aus Verärgerung gegen den Umgang mit Sexismusvorwürfen im
eigenen Unternehmen zeitweise die Arbeit niedergelegt.

Der Google-Chef stellte einen "umfassenden Aktionsplan" vor, durch den Angestellte besser unterstützt werden sollen. Zu den Maßnahmen
zähle, die Mitarbeiter künftig selbst entscheiden zu lassen, ob Fälle von sexueller Belästigung vor privaten Schiedsgerichten ausgetragen
werden. Zudem erweitere Google etwa ein verpflichtendes Training und biete "Live-Support" bei Beschwerden und Bedenken an. Diese Maßnahmen gehen den Klägern aber nicht weit genug - sie wollen tiefgreifendere Veränderungen, die auch die Führungs- und Aktionärsstruktur umfassen.

Im Zentrum des Konflikts steht der Abgang von Andy Rubin, dem Kopf hinter dem Android-Betriebssystem für Smartphones. Hier soll Google dem "New York Times"-Bericht nach ein dunkles Kapitel verschwiegen haben. Angeblich wurde Rubin von einer Mitarbeiterin, mit der er eine außereheliche Beziehung gehabt haben soll, beschuldigt, sie 2013 in einem Hotelzimmer zum Oralsex gezwungen zu haben. Google habe von den Vorwürfen erfahren, ihm aber dennoch ein Abschiedspaket von 90 Millionen Dollar mitgegeben. Rubin wies die Anschuldigungen zurück.

dpa


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W&V Redaktion
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