Blogfoster konzentriert sich auf Influencer-Marketing :
Warum Blogfoster Schluss macht mit Display

Der Blog-Vermarkter konzentriert sich auf Native Advertising und verspricht, mit einer Metrik Influencer-Kampagnen kalkulier- und planbarer zu machen.

Text: Judith Pfannenmüller

v.l.Blogfoster-Gründer Simon Staib, Jan Homann und CTO Dominic Umbeer
v.l.Blogfoster-Gründer Simon Staib, Jan Homann und CTO Dominic Umbeer

Der Berliner Blogvermarkter Blogfoster stellt komplett auf Native Advertising um und verzichtet auf die Platzierung von Bannerwerbung in den von ihm vermarkteten 9.000 Blogs mit rund 135 Millionen Page Impressions im Monat. "Wir sehen deutlich mehr Zukunft bei Content-Formaten", sagen die Geschäftsführer Jan Homann und Simon Staib.

Die Blogfoster-Gründer gehen davon aus, dass 2020 jeder Privatpublisher mit seinem Blog oder den damit verknüpften Profilen in den sozialen Netzwerken von Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest oder Tumblr Geld verdienen wird, jedenfalls diejenigen mit relevanter Reichweite. Blogger genießen bei ihren Followern eine hohe Glaubwürdigkeit, wenn sie sich für ein Produkt einsetzen wird das in ihrer Community ernst genommen.

Homann und Staib spüren zudem eine deutlich höhere Nachfrage der Werbekunden nach Influencer-Marketing: "Wir glauben, dass Influencer und Blogs das Potenzial haben, etwa zehn bis 15 Prozent des Marketingbudgets auf sich zu ziehen und damit ein großer Marketingkanal werden können", sagen die Blogfoster-Gründer, die noch im Januar nach Großbritannien expandieren.

Während bei den Youtubern große TV-Konzerne in die Vermarktung von Netzwerken eingestiegen sind - Bertelsmann mit Divimove oder ProSiebenSat.1 mit Studio 71 -  haftet der Vermarktung von Blogger-Relations noch etwas Handgestricktes an. Es sind unzählige Einzelspieler unterwegs, manche konzentrieren sich auf die Vermarktung einiger weniger Stars, viele kleine PR- oder Spezialagenturen bieten Blogger-Relations, und oft suchen Unternehmen selbst den Kontakt.

Staib und Homann haben sich zum Ziel gesetzt, Influencer-Marketing nach einheitlichen Kriterien meßbar und damit plan- und kalkulierbarer zu machen. Dazu haben sie eine eigene Metrik entwickelt, die nicht die Gesamtreichweite eines Blogs zugrundelegt (und damit beispielsweise auch den Google-Traffic von Uralt-Beiträgen), sondern Verweildauer und Reichweite ausschließlich aktueller Native Advertising-Beiträge misst und anhand dieser Analyse den zukünftigen Preis für ein Advertorial auf dem jeweiligen Blog kalkuliert. "An dieser Währung lassen wir uns messen", sagt Homann.

Auf einem Marktplatz stellen sie das Kundenbriefing ein und laden ausschließlich thematisch passende Blogs ein, sich für eine Kampagne zu bewerben. Der Kunde bekommt am Ende des Monats eine Abrechung über alle belegten Blogs aus einer Hand.

Mit Blogfoster kooperieren Mediaagenturen wie Initiative Media und JOM aber auch Axel Springer mit seiner Plattform Gofeminin, um deren Vermarktung mit Influencer-Marketing zu verknüpfen. Axel Springer Plug and Play ist mit 10 Prozent an Blogfoster beteiligt.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.