Reputation :
Warum Facebook dringend eine Imagekampagne braucht

Facebook macht Werbedruck. Die Imagekorrektur ist dringend nötig. Denn nach einer neuen Umfrage sind die Nutzer nicht eben überzeugt von ihrem Dienst. In nahezu jedem Bereich gibt es schlechte Werte. Auch im Vergleich zur Konkurrenz.

Text: Anja Janotta

Ein Motiv der Facebook-Kampagne.
Ein Motiv der Facebook-Kampagne.

Seit dieser Woche macht Facebook mit Plakaten und Videos Werbedruck. Es geht darum, das schlechte Image des Social Networks aufzupeppen. Und das scheint dringend nötig. Denn nach einer aktuellen Online-Umfrage von Statista sind die Nutzer nicht eben überzeugt von ihrem Dienst. Die Werte sind - um es vorsichtig zu sagen - hundsmiserabel. Nur 35 Prozent geben an, dass sie Facebook gern nutzen. Lediglich 16 Prozent sagen, Facebook sei alternativlos. Und auch nur 16 Prozent sind der Meinung, Facebook sei aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken.

Ganz verheerend sind die Antworten auf Fragen nach der Kundenorientierung. Gerade neun Prozent sind der Meinung, die Interessen der Kunden würden vom Netzwerk ernst genommen. Verschwindende sechs Prozent sagen, ihre Privatsphäre würde durch Facebook respektiert.

Die Diskussionen der vergangenen Jahre, inwieweit Facebook beleidigendes oder ehrverletzendes Material überhaupt löscht, und ob Beschwerden einzelner Nutzer überhaupt vordringen, hat offenbar das Image stark beeinträchtigt. Auch der erst jüngst angekündigte Datenaustausch zwischen Tochter Whatsapp und Mutter Facebook hatte viele Kritiker auf den Plan gerufen. Statista hat bei der Umfrage 996 Deutsche befragt, denen Facebook bekannt ist.

Auch andere Internet-Unternehmen erscheinen vielen Deutschen suspekt. Nahezu alle haben ein Transparenzproblem. Zwar ist das Image von Datensammlern wie Google oder Amazon auch nicht exorbitant besser - aber im Vergleich schneidet Facebook immer noch schlechter ab. Das zeigt eine weitere Umfrage-Statistik, die Statista  vorgelegt hat. In Sachen Modernität, Innovation, Kreativität und vor allem auch Sympathie - liegt Mark Zuckerbergs Netzwerk abgeschlagen hinter der Konkurrenz. Nur 16 Prozent glauben Facebook sei sympathisch. Sechs Prozent bescheinigen ihm Transparenz.

Ob die Facebook-Kampagne, die immerhin aus der Feder von Wieden + Kennedy stammt, nun für Facebook das Rad rumreißen kann, bleibt fraglich. Immerhin aber poliert die renommierte Agentur an genau dem Imagefleck, der Facebook besonders zusetzt - den Sicherheitsbedenken der Nutzer. 29 Millionen Nutzer hat Facebook in Deutschland, die Kampagne soll aber insbesondere auch die Kritiker erreichen, die Facebook nicht nutzen.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.