Bitkom-Analyse :
Was die Umsetzung der DSGVO ausbremst

Nur 24 Prozent der Unternehmen sind DSGVO-Konform - "ernüchternd", meint der Bitkom 4 Monate nach Inkrafttreten des EU-Regelwerks. 

Text: Petra Schwegler

Bremsfaktor für die DSGVO: die Mehrbelastung in den Firmen.
Bremsfaktor für die DSGVO: die Mehrbelastung in den Firmen.

Seit 4 Monaten ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU in Kraft. Zeit, von berufener Seite erneut eine Bilanz zu ziehen. Und die fällt nüchtern aus: "kaum Fortschritt bei der Umsetzung", verkündet der Digitalverband Bitkom am Donnerstag. Nur  ein Viertel (24 Prozent) der Unternehmen sei bereits DSGVO-konform, die deutsche Wirtschaft hadere weiterhin mit der Umsetzung.

So beklagen acht von zehn Unternehmen nach Inkrafttreten des neuen Regelwerks deutlich mehr Arbeit für die geforderte Anpassung der Betriebsabläufe, sagt Bitkom-Rechtsexpertin Susanne Dehmel. Während vor einem Jahr noch 42 Prozent der Befragten kompliziertere Geschäftsprozesse erwartet hatten, sehen das nun 63 Prozent.

Vielen Unternehmen sei es offenbar erst bei der Umsetzung klar geworden, welchen Nachholbedarf sie in Sachen Datenschutz haben, so Dehmel zu den Ergebnissen der repräsentativen Umfrage des Verbands unter mehr als 500 Unternehmen aus Deutschland. Ebenso haben Unternehmen Mühe damit, das eigene Personal zu den neuen Datenschutzregeln zu schulen. Acht von zehn (78 Prozent) geben dies an. "Für die Unternehmen bleibt die DSGVO auch langfristig ein Kraftakt", betont die Rechtsexpertin.

Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) war nach zweijähriger Übergangszeit europaweit am 25. Mai offiziell in Kraft getreten. Bei einer früheren Bitkom-Befragung im Mai 2018 hatten bereits 24 Prozent der Unternehmen die Selbsteinschätzung gegeben, bis zum Ende der Umsetzungsfrist am 25. Mai 2018 vollständig DSGVO-konform zu sein.

Jetzt betont Susanne Dehmel: "Die Bilanz ist ernüchternd. Bei der Umsetzung der DSGVO haben sich viele Unternehmen klar verschätzt. Für andere ist die komplette Umsetzung wohl kein zeitliches Problem, sondern ein Ideal, das gar nicht zu erreichen ist."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.