Social-Media-Atlas :
Was Influencer für den Umsatz tun

Immer mehr Verbraucher kaufen, was Youtuber empfehlen. Und auch der Einfluss von Bloggern nimmt der Befragung von Faktenkontor zufolge zu.

Text: Susanne Herrmann

Lisa und Lena (@lisaandlena) gehören mit 12,5 Millionen Fans auf Instagram und fast 27 Millionen auf Musical.ly zu den erfolgreichsten Influencern in Deutschland. Gemeinsam mit Caro Daur (M.) waren die 15-jährigen Zwillinge im Einsatz für das Modelabel Fendi.
Lisa und Lena (@lisaandlena) gehören mit 12,5 Millionen Fans auf Instagram und fast 27 Millionen auf Musical.ly zu den erfolgreichsten Influencern in Deutschland. Gemeinsam mit Caro Daur (M.) waren die 15-jährigen Zwillinge im Einsatz für das Modelabel Fendi.

Influencer haben tatsächlich Einfluss auf Kaufentscheidungen. 21 Prozent der Internetnutzer in Deutschland haben innerhalb von zwölf Monaten mindestens ein Produkt oder eine Dienstleistung gekauft, weil sie von einem Youtuber empfohlen wurde. Vor einem Jahr waren es erst 13 Prozent gewesen.

Gleich um 10 Prozentpunkte stieg der Wert bei Bloggern an: Im Januar 2018 gaben 15 Prozent der Befragten an, dass sie Kaufentscheidungen aufgrund von Empfehlungen von Bloggern getroffen haben. Das sind zwei der Ergebnisse aus dem Social-Media-Atlas der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna.

11 Prozent der deutschen Onlinenutzer kauften innerhalb eines Jahres ein Produkt auf Empfehlung eines Youtubers, 6 Prozent zwei bis fünf Produkte, 4 Prozent sogar mehr als fünf.

Blogger, Snapchatter, Instagramer tragen fast genauso viel zu Mehrfachkäufen bei: Beiträge von Social-Media-Promis regten 5 Prozent zu zwei bis fünf Anschaffungen an, 3 Prozent zu mehr als fünf Einkäufen. Immerhin 7 Prozent der Deutschen mit Internetzugang haben einmal in zwölf Monaten etwas gekauft.

Jüngere hören eher auf Influencer

Besonders ausgeprägt ist der Einfluss der Influencer auf junge Zielgruppen: 41 Prozent der 20- bis 29-jährigen Onliner und sogar 57 Prozent unter den 14- bis 19-jährigen haben sich schon mindestens einmal von einem Youtuber zu einer Kaufentscheidung verleiten lassen. (Die Nutzungsintensität von Youtube und anderen mdeinkanälen der Jugend hat Elbdudler erfasst - W&V Online berichtete hier.)

Je 31 Prozent in beiden Altersgruppen haben sich mindestens einmal aufgrund der Empfehlung eines Bloggers für ein Produkt oder eine Dienstleistung entschieden. Influencer auf anderen Kanälen bewegten 35 Prozent der 14- bis 19-jährigen Internetnutzer und 30 Prozent der 20- bis 29-jährigen zu einem oder mehr Käufen.

Influencermarketing lohnt sich - bei Zielgruppen unter 40

"Die Bedeutung des Influencermarketings für den Vertrieb hat rasant zugenommen und wird noch weiter steigen", sagt Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter und Social-Media-Experte des Faktenkontors. Dabei komme es auf die Altersstruktur der Zielgruppe an: "Im Moment und auf absehbare Zeit lohnt sich Product-Placement bei Youtubern und Bloggern vornehmlich für die Ansprache von Unter-40-Jährigen."

Influencer tun, was der Name sagt: Sie beeinflussen Kaufentscheidungen, belegen Daten von Faktenkontor.

Influencer tun, was der Name sagt: Sie beeinflussen Kaufentscheidungen, belegen Daten von Faktenkontor.

Für den aktuellen Social-Media-Atlas wurden 3500 nach Alter, Geschlecht und Bundesland repräsentative Internetnutzer ab 14 Jahren in Form eines Onlinepanels zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt. Erhebungszeitraum war das vierte Quartal 2017.

Der Social-Media-Atlas erfasst seit 2011 jährlich auf Basis einer repräsentativen Umfrage die Nutzung Sozialer Medien in Deutschland. Die Studie wird von der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und dem Marktforscher Toluna in Kooperation mit dem IMWF - Institut für Management- und Wirtschaftsforschung herausgegeben.

W&V widmet sich dem Influencermarketing in einer Serie (ab Ausgabe 10/18). Verpasst? Hier Hefte bestellen.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.