Werbewirkungsstudie :
Was Kunden von Online-Werbung erwarten

Transparenz ist den Nutzer bei Online-Werbung sehr wichtig, eine höhere Nützlichkeit und eine andere Frequenz. Das zeigt eine aktuelle Wirkungsstudie.

Text: Anja Janotta

Vor allem Pop-Up-Ads sind sehr unbeliebt.
Vor allem Pop-Up-Ads sind sehr unbeliebt.

Die Nutzer mögen und verdammen Online-Werbung gleichzeitig. Zwar glaubt jeder Zweite, dass digitale Anzeigenformate das Shopping-Erlebnis bereichern können. Aber 84 fühlen sich von Online-Werbugn gestört. Online-Werbung muss besser werden, zeigt eine Erhebung von Rakuten Marketing, die für die Studie "Save the Web" die Nutzer konkret nach Verbesserungsvorschlägen befragte. Und die sind mehrheitlich unzufrieden: 80 Prozent sagen, dass sich die Online-Werbung in den vergangenen Jahren nicht verbessert habe. Vor allem die Frauen sind enttäuschte Werbe-Adressaten.
 
Vor allem an der Frequenz der Werbung müssen die Anbieter wohl arbeiten. Jeder Zweite (48 Prozent) wünscht sich besser dosierte Werbeansprachen. Allerdings ob die Anzeigen nun stärker oder weniger stark auf die Nutzerbedürfnisse hin individualisiert werden sollen, darüber sind sich die Nutzer noch uneins: Während ein Fünftel (19 Prozent) der Verbraucher mehr Personalisierung wünscht, fordert ein Sechstel weniger (14 Prozent).

Die Werbeformate, die die Nutzer am meisten nerven sind Pop-Ups, Preroll-Ads und Push-Werbenachrichten. Nützliche Werbung hingegen wird eher akzeptiert. 81 Prozent der deutschen Nutzer empfinden Werbung als nützlich, wenn sie ihre Interessen widerspiegelt, 91 Prozent betrachten Werbugn als akzeptabel, wenn sie nützlich ist und ihr Online-Erlebnis nicht beeinträchtigen.

Weit besser als das Image von Online-Werbung ist das Image von Influencer-Werbung. Trotz Skandalen folgen 34 Prozent der deutschen User Influencern, acht von zehn vertrauen ihnen auch bei Produktempfehlungen und kaufen oder informieren sich gelegentlich über die von Influencern gezeigten Produkte. Allerdings ist auch Transparenz gefragt. Drei Viertel fordern eine solche Kennzeichnung. Dem Vertrauensvorschuss tut das keinen Abbruch: Sind die Produktempfehlungen als gesponserte Inhalte gekennzeichnet, vertrauen 41 Prozent den Influencern noch immer und sind offen dafür, ein Produkt zu kaufen.
 
Die Studienergebnisse sind Teil der Studienreihe "Save the Web", die Rakuten Marketing im April 2017 gemeinsam mit Qualtrics durchführte. Dazu wurden weltweit 2.500 Verbraucher, davon 519 in Deutschland (im Alter von 18 bis 54 Jahren), zu ihrer Meinung, ihrem Interaktionsverhalten und Ihren Wünschen an Online-Werbung befragt.
 


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.