Wutrede :
Wut auf Apple: Gauck nimmt Fanboys ins Gebet

Wenn es um Apple geht, verstehen Fans und Gegner der Marke keinen Spaß. Auch Joachim Gauck nicht: Der Bundespräsident ermuntert die Deutschen gerade zu Protesten vor den Apple-Stores. Beim "SZ-Führungstreffen" hielt Gauck eine wahre Wutrede gegen bedenkenlosen Konsum- und Lifestyle-Wahn. Das Video.

Text: W&V Redaktion

16. Nov. 2012 - 5 Kommentare

Wenn es um Apple geht, verstehen Fans und Gegner der Marke keinen Spaß. Auch Joachim Gauck nicht: Der Bundespräsident hat die Deutschen zu Demonstrationen vor den Apple-Stores ermuntert: "Man kann morgens um fünf Uhr für das neueste Gerät auf dem Markt anstehen. Man kann aber auch einen ganzen Tag lang vor dem Laden protestieren – gegen unmenschliche Arbeitsverträge dort, wo diese Produkte hergestellt worden sind", sagte er auf dem "SZ -Führungstreffen 2012". Der Wirtschaftskongress der "Süddeutschen Zeitung" findet derzeit in Berlin statt, dort treffen sich Top-Manager und Spitzenpolitiker zum Erfahrungsaustausch.

In seiner Rede forderte der Präsident mehr soziale Verantwortung in der Wirtschaft. Und zwar von Unternehmen ebenso wie von ihren Kunden. Jeder wisse, unter welchen Arbeitsbedingungen Billig-Jeans produziert würden, so Gauck, und jeder, der davon profitiere, sei mitverantwortlich: "Mit dem Kassenbon kann man ja auch schlimme Zustände zementieren". Apple bringt das Staatsoberhaupt offenbar besonders in Rage. "Wo Handys zum Lifestyle werden, sind Produktionsbedingungen immer öfter nicht egal", sagte Gauck. Der Adressat ist offensichtlich: Seit langem steht der US-Konzern wegen der Arbeitsbedingungen bei seinem chinesischen Zulieferer Foxconn in der Kritik - was hartgesottene Fans aber nicht davon abhält, beim Verkaufsstart des jeweils neuesten iPhones oder iPads schon Stunden vor Ladenöffnung zum Apple-Store zu pilgern. Foxconn beliefert auch andere IT-Konzerne.


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W&V Redaktion
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5 Kommentare

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Anonymous User 19. November 2012

die Anzahl der Ausrufezeichen und Fragezeichen hintereinander ist antiproportional zum Lesewert des Kommentars

Anonymous User 17. November 2012

Fast jeder Elektrokonzern lässt bei Foxconn produzieren. Als politisches Organ sich auf eine Marke zu konzentrieren ist nicht clever

Anonymous User 16. November 2012

Das hat er gut gesagt, der Bundespräsident. Vorallem die Kritik gegen Billigheimer wie KiK finde ich sehr angebracht und gut!

Anonymous User 16. November 2012

der Bundespresident ,soll sich lieber ums eigene Volk kümmern ,da hat er genug zutun!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
die Leute ,die bei sogenannten Zeitarbeitsfirmen arbeiten müssen,zum Bespiel!!!
diese Leute sind die sogenannten neuen Sklaven der deutschen Wirtschaft !!!!!!!
wenig Lohn (Hungerlohn),wenig Urlaub ,nichts zu sagen und wenn man mal keine Verwendung für Sie hat ,werden diese Leih-Sklaven entlassen !!!!!!
diese Leute gehen mit 800,00 Euro nach Hause und müssen davon
,meistens noch ca 100,00 Euro Benzin Geld bezahlen !!!!!

Von wegen ,gleicher Lohn für gleiche Arbeit !!!!!!!!!!!!!!!????????????????
Der deutsche Staat ,soll sich mit solchen Äusserungen ,lieber mal an die eigene Nase fassen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Nach meiner Meinung ,kümmert sich Deutschland um alles in der Welt ,
nur nicht ums eigene Volk!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Aber soetwas kennen wir ja von früher schon !!!!!!!!!!!!!!!!!!
Also Herr Gauck ,kümmern Sie sich mal ums deutsche Volk und nicht um die
chinesen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Schaffen Sie Leharbeit einfach ab und verbieten solche Firmen , die sich
durch andere Menschen bereichern !!!!!!!!!!!!
Soetwas kann man zum Bespiel in den Niederlanden beobachten ,
die rudern in der Leiharbeit wieder zurück und diese waren mal die vorreiter .
Sollen doch die Firmen die Leute einstellen und wenn sie nicht mehr gebraucht werden ,können diese doch ohne weiteres wieder entlassen werden !!!!!! Anders machen es doch die Sklavenfirmen auch nicht !!!!!

Aber dann wird blöd geschaut ,wenn es in Deutschland einen Rechtsruck gibt!

Anonymous User 16. November 2012

Muss man dann auch gegen Automobilmarken produzieren, wenn die ein erfolgreiches Modell erst nach Monaten liefern können? Die Zulieferer lassen auch zunehmend im entfernten Ausland produzieren, weil es da billiger ist und man nicht ganz so doll auf die Umwelt achten muss.

Die Rede ist grundsätzlich richtig und das Thema wichtig. Aber eine persönliche Handy-Aversion zum Staatsthema zu machen, finde ich schon sehr bedenklich.

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