Xing öffnet Schnittstelle

Viele neue Möglichkeiten: Websiten können ihren Nutzern Log-in mit Xing-Profil anbieten und erhalten Zugriff auf deren Informationen

Text: Raoul Fischer

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Der Startschuss ist gefallen: Seit Donnerstag können 1000 ausgewählte Programmierer die offene Schnittstelle von Xing nutzen. Was Facebook, Twitter und Linked-In schon länger anbieten, wird jetzt auch bei dem Business-Netzwerk möglich: Website-Betreiber können ihren Nutzern ein Log-In über das Xing-Profile anbieten. Das eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten – nicht nur für das Recruiting sondern auch für Marketer.

So können Unternehmen zukünftig in Online-Stellenanzeigen und auf ihren Karriere-Seiten anbieten, dass sich Kandidaten mit ihrem Xing-Profil online bewerben. Das vereinfacht den Prozess erheblich, weil es das Ausfüllen langer Online-Fragebögen nahezu überflüssig macht. Aber auch für das Marketing hält die Öffnung der Schnittstellen Chancen bereit, wie Marcel Semmler, Marketing Manager des Software-Dienstleisters Allyve, sagt. Allyve gehört zu den Test-Nutzern, die in der Betaphase schon einmal mit den Funktionalitäten der offenen Schnittstelle experimentieren dürfen. Eine offene Schnittstelle schafft nach Ansicht von Semmler Vorteile für Nutzer und für Website-Betreiber: „Nutzer brauchen keine neuen Log-in-Daten und die Website-Betreiber erhalten wertvolle Informationen über den Nutzer", sagt er.

Meldet sich ein Nutzer mit seinem Xing-Profile auf einer externen Webseite an, kann der Betreiber nämlich auf die Daten des Profils und die Kontakte zugreifen. Daraus ergeben sich interessante Möglichkeiten für Targeting und personalisierte Werbung. So könnten Anbieter oder Dienstleister die Information zum Wohnortnutzen, um ortsbezogene Angebote zu machen. Oder soziodemografische Angeben sowie Informationen zu Mitgliedschaften und Kontakten würden genutzt um personalisierte Werbung einzublenden“, so Semmler. Anwendungs-Fälle, die aus dem Consumer-Bereich von Facebook her durchaus bekannt sind.

Wann genau die Beta-Phase abgeschlossen sein wird, und welche Möglichkeiten sich aus der neuen offenen Schnittstelle (API) ergeben, will man bei Xing derzeit noch nicht sagen: „Da die API noch im geschlossenen Beta-Test ist, konzentrieren wir uns derzeit ganz darauf, die technischen Rahmenbedingungen für Entwickler zu optimieren. Wir sind zuversichtlich, dass der Public Release der API in wenigen Wochen sein wird“, sagt Christian Burtchen, Social Media Editor bei Xing. Der Markt wartet jedenfalls gespannt.


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Raoul Fischer
Raoul Fischer

Raoul Fischer ist Autor und Korrespondent der W&V in Frankfurt am Main. Der Fachjournalist beobachtet die Entwicklungen im digitalen Markt und schreibt für W&V auch Beiträge zum Thema Employer Branding.



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