Dennoch mehr Gewinn :
Ziel erreicht: Nutzer verbringen weniger Zeit auf Facebook

50 Millionen Stunden haben Nutzer im vergangenen Quartal weniger auf Facebook verbracht - doch die Zeit sinnvoller genutzt. Umsatz und Gewinn schadet das nicht.

Text: W&V Redaktion

Silicon Valley, Menlo Park, die Zentrale von Facebook.
Silicon Valley, Menlo Park, die Zentrale von Facebook.

Mark Zuckerbergs neue Strategie, die verbrachte Zeit auf Facebook wertvoller zu machen, und die damit verbundenen Änderungen am Newsfeed zeigen erste Wirkung: 50 Millionen Stunden haben Facebook-Nutzer im vergangenen Quartal weniger auf der Plattform verbracht.

Zuckerberg wörtlich bei der Präsentation der Zahlen: "Das zeigt, wie ernst wir es damit meinen." Bei der Größe von Facebook sind das zwar nur rund zwei Minuten pro Nutzer am Tag. Aber kürzere Nutzungszeiten können auch auf die Geschäftszahlen durchschlagen, wenn weniger Werbung angeklickt wird.

Der Umsatz hingegen erreichte mit knapp 13 Milliarden Dollar einen neuen Höchststand. Das war ein Plus von 47 Prozent im Jahresvergleich. Der Gewinn stieg um ein Fünftel auf 4,27 Milliarden Dollar.

Facebook hat nun 2,13 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Täglich kamen 1,4 Milliarden von ihnen auf die Plattform. Das waren 32 Millionen mehr als drei Monate zuvor - das langsamste Wachstum seit 2015.

Wo Facebook 2018 investieren will

Im lukrativsten Markt USA und Kanada sank die Zahl täglich aktiver Nutzer sogar erstmals, von 185 auf 184 Millionen. Marktforschern zufolge war die Facebook-Nutzung in der Region bereits vor dem angekündigten Umbau rückläufig. Zuckerberg erklärte, der Strategiewechsel sei auch wegen der Unzufriedenheit der Mitglieder mit der Flut von Inhalten notwendig geworden.

Für dieses Jahr rechnet Facebook mit einem langsameren Wachstum des Geschäfts als 2017. Zugleich sollen die Kosten um 45 bis 60 Prozent steigen. Das Online-Netzwerk will allein bis zu 15 Milliarden Dollar in Infrastruktur wie Rechenzentren investieren.

2017 sei für Facebook ein "starkes, aber hartes Jahr" gewesen, sagte Zuckerberg. Das Online-Netzwerk stand massiv in der Kritik wegen der Ausbreitung gefälschter Nachrichten sowie Problemen bei der Bekämpfung von Beiträgen mit Hass und Hetze und musste immer wieder nachjustieren. Eine Maßnahme ist, die Zahl der Mitarbeiter, die solche Inhalte aussieben, auf 20.000 zu verdoppeln.

W&V Online/dpa


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