Madsack und Schwäbisch Media :
Worauf sich regionale Zeitungsverlage einrichten

Klassische Zeitungshäuser wie Madsack oder Schwäbisch Media wandeln sich zu Ideenbörsen für digitale Geschäftsmodelle. 

Text: Petra Schwegler

Natasche Lorentzen, Leiterin Digital Sales bei Madsack Market Solutions.
Natasche Lorentzen, Leiterin Digital Sales bei Madsack Market Solutions.

Die regionalen Medienhäuser haben oft noch sehr treue Leser und Werbekunden. Dennoch verlangt auch hier die Digitalisierung den Machern vieles ab. Es gilt, neue Wege zum Nutzer aufzutun, Wachstumsfelder auszumachen und diese zu erschließen.

Bei Madsack in Hannover etwa sorgt die Abteilung Market Solutions fürs Ausspähen und Umsetzen von Neugeschäft. Dort werden auch digitale Dienstleistungen und Produkte für kleine und mittlere Unternehmen sowie externe Medienhäuser erstellt.

Genau hier hat die "HAZ"-Mutter die neue Position Leitung Digital Sales angesiedelt und mit Natascha Lorentzen besetzt. Sie bringt über 17 Jahre Online-Erfahrung mit – war unter anderem bei Welt.de und AOL.de, wirkte für den Münchner TV-Vermarkter SevenOne Media. Und seit 2014 für Madsack.

Wie Madsack die Leiterin Digital Sales einbindet

Um das konzernweite Online-Werbeinventar - 15 Nachrichtenportale der Madsack-Zeitungsmarken, Verticals mit Special-Interest-Angeboten, Sportbuzzer, Reisereporter und Deine Tierwelt - noch besser national zu vermarkten und Kunden ein vielseitigeres Werbepaket in Print und Online zu schnüren, hat Lorentzen zum Jahresanfang die Leitung von Digital Sales bei Madsack Market Solutions übernommen. Sie arbeitet nun eng mit dem nationalen Key-Account-Management von Madsack sowie der jeweiligen lokalen Vermarktung der regionalen Medienhäuser zusammen.

Der nächste Schritt steht für Madsack bevor: In Ergänzung zur nationalen Vermarkung der Portale wurde das Madsack Ad-Center im Netz gestartet. Darüber können Mediaberater, Kunden und Agenturen in Echtzeit einsehen, welche Werbeformate und -plätze zu welchem Zeitpunkt auf den Portalen der Zeitungsmarke ausgespielt werden können. Über die Webseite können die Kampagnen zudem in wenigen Schritten gebucht werden.

Madsack tut jetzt übrigens noch mehr fürs eigene Team: Der Verlag hat mit dem Madsack Medien Campus eine eigene Journalistenschule für regionalen Qualitätsjournalismus gestartet. Der erste Campus-Jahrgang mit 20 Volontären startet im Herbst, Bewerbungen sind bis Ende Mai möglich.  Ein medienübergreifender Ausbildungsplan wurde vom verlagseigenen Entwicklungs-Chefredakteur Uwe Dulias, der Leiterin für Personalentwicklung Kathrin Petersen und den Chefredakteuren der Mediengruppe erarbeitet. Zudem wurden eigene Räume beim Stammhaus in Hannover mit modernster Technik ausgestattet und eine Kooperation mit der Akademie für Publizistik ins Leben gerufen. 

Welche Ideen Schwäbisch Media umsetzt

Weit im Süden der Republik, in der Bodenseeregion, rüstet sich Schwäbisch Media für den Wandel. Zu den neuen Geschäftsbereichen der Ravensburger hinter der "Schwäbischen Zeitung" zählen Corporate Publishing, eine Digitalagentur, ein Tourismusportal und ein neuer lokaler Hörfunksender. Der Digitalbereich, der Briefdienst, das Call-Center und die Magazine wurden weiter ausgebaut.

Auf Managementebene mussten bei Schwäbische Media neue Positionen geschaffen werden. Dort gibt es nun einen Chief Data Officer (CDO), einen Business Development Manager (BDM) und einen Geschäftsführer Corporate Publishing (GF CP). Auch hier gilt wie so oft in der Verlagsbranche: Viel Wissen ist bereits im Haus verankert. So konnten die Ravensburger den Posten des Business Development Managers intern besetzen.

So gerüstet, will Schwäbisch Media weiter mit neuen Angeboten wachen – mit Digitalportalen und Dienstleistungen, die in Aussicht gestellt werden. Auch sei eine Adaption erfolgreicher Geschäftsfelder anderer Verlage denkbar, heißt es von den Baden-Württembergern, die für gute Ideen bezahlen wollen. Denn sie wollen das eine oder andere funktionierende Modell übernehmen und in der eigenen Region umsetzen.

ps/mp

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Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.