Antwerpes: Der Kommunikations-GAU

Das Wort GAU würden wir derzeit ja freiweillig nicht in den Mund nehmen, aber leider bleibt niemandem diese Assoziation erspart, wenn man diese aktuelle Stellenanzeige von Antwerpes liest.

Text: Anja Janotta

22. Mar. 2011

Das Wort GAU würden wir derzeit ja freiweillig nicht in den Mund nehmen, aber leider bleibt niemandem diese Assoziation erspart, wenn man diese aktuelle Stellenanzeige von Antwerpes liest. Diese wäre vermutlich auch schon in Zeiten, in denen Atomstrom noch eine trügerische, strahlend heile Welt illuminiert hat, fragwürdig gewesen. Jetzt aber ist das ein kommunikatives No-Go, zu schreiben, dass man als "Wording-Reaktor" bereit sein solle, vor allem in der "Konzeption die richtigen Knöpfe zu drücken" und "Ideen mit langer Halbwertszeit" und "hoch-reaktive Kommunikationslösungen" zu entwickeln. Es geht noch so munter strahlend weiter: Bewerbungen nehme die "geschäftsführende Atom-Aufsicht" Antwerpes entgegen.

Noch am Montag - anderthalb Wochen nach der Katastrophe in Japan - war diese "ABC-Schützer gesucht" Anzeige bei Xing und auf der eigenen Website geschaltet. Es sieht wohl wirklich so aus, als bräuchte die Agentur dringend einen neuen Texter. Vielleicht diesmal einen mit Feingefühl?


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.



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