McCann Paris :
Krasse Schockkampagne gegen Prostitution

Die Escort-Service-Plattform "Girls of Paradise" unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von anderen Angeboten im Internet. Doch die Wahrheit hinter den Bildern ist schockierend.

Text: Frauke Schobelt

04. Oct. 2016

Die Escort-Service-Plattform "Girls of Paradise" unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von anderen Angeboten im Internet. Doch die Wahrheit hinter den Bildern ist schockierend.
Die Escort-Service-Plattform "Girls of Paradise" unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von anderen Angeboten im Internet. Doch die Wahrheit hinter den Bildern ist schockierend.

Die Online Escort-Service-Plattform "Girls of Paradise" unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von anderen Angeboten im Internet. Halbnackte Frauen bieten ihre Dienste an, mit einem Klick können sich Freier entscheiden. Was die Besucher der Plattform nicht ahnen: Die abgebildeten Frauen leben nicht mehr, sie wurden von Freiern gewaltsam getötet. Hinter der Schockkampagne stecken die französische Menschenrechtsorganisation Le Mouvement du Nid und die Agentur McCann Paris. Die Kampagne soll abschrecken und die Öffentlichkeit über die harte Realität des Prostitutionsalltags aufklären. Die Kampagne wurde mit dem Clio Gold Award ausgezeichnet.

Laut Le Mouvement du Nid werden täglich tausende Frauen verschleppt, verkauft und zur Prostitution gezwungen. Eine besondere Rolle spielt dabei das Internet, denn es ermöglicht Freiern im Schutz der Anonymität Frauen wie Ware zu bestellen. "In dieser Online-Scheinwelt existieren keinerlei Anzeichen der oftmals verhängnisvollen Schicksale vieler Frauen", so die Organisation. Mit Präventionspolitik und Sensibilisierungskampagnen wendet sie sich deshalb an die breite Öffentlichkeit.

Welche Schicksale sich hinter den „Girls of Paradise“ verbergen, wird erst aufgedeckt, wenn der potenzielle Kunde versucht direkten Kontakt durch die „chat“- oder „call“- Funktion der Website aufzunehmen. Das anfängliche Lockmotiv wird dann beispielsweise durch das Bild des entstellten Gewaltopfers ersetzt. Ein anderer Interessent wird von einer Computerstimme über die Todesursache seiner gewählten Escort informiert.

Die Schockkampagne soll den Opfern ein Gesicht verleihen und Freier sensibilisieren. "Der Sinn dieser Kampagne besteht darin die Wahrheit hinter diesem System aufzudecken, zu zeigen dass das Prostitutionsumfeld gewalttätig ist und Kunden Mitschuldige und manchmal sogar direkt für diese Gewalt zu verantworten sind“, sagt Riccardo Fregoso, McCann Paris, Executive Creative Director.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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