BETC Euro RSCG :
Zum Niederknien: Sportwerbung à la française

Was uns antreibt, damit wirbt (gar nicht so übel) bei uns die Volks- und Raiffeisenbank. Mit mehr Temperament und anderer Auslegung beherzigen die Franzosen von Canal+ und BETC Euro RSCG dieses Motto.

Text: Susanne Herrmann

13. Dec. 2012

"Was uns antreibt", damit werben (gar nicht übel) bei uns die Volks- und Raiffeisenbanken (Agentur: Heimat). Mit mehr Temperament, einer Prise Schalk und einer anderen Auslegung beherzigen die Franzosen dieses Motto. Canal+ und BETC Euro RSCG, die uns ja an dieser Stelle bereits oft Freude bereitet haben ("Der Bär", "Closet"), sorgen dafür, dass der (Götter-)Funke überspringt vom Sportprogramm zum Fan. Und nimmt wörtlich, dass Begeisterung uns am wirkungsvollsten mitreißt.

Dass Canal+ und seine Pariser Agentur BETC Euro RSCG sich zu diesem Zwecke ausgerechnet eines der intensivsten interdisziplinären Werke deutscher Kultur des 18. Jahrhunderts bedienen, nämlich der Ode "An die Freude" von Friedrich Schiller, vertont von Ludwig van Beethoven, ist vor dem Hintergrund historisch bedingter Ressentiments und derzeitiger politischer Innigkeit von Merkel und Hollande besonders schön. Und trotz teutonischen Geistes sehr französisch, geht es doch in dem Stück um das Ideal einer Gesellschaft, die aus gleichberechtigten Menschen besteht, und damit ist "Freude schöner Götterfunken" ja beinah so etwas wie eine zweite "Marseillaise" über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Natürlich ist die Ode zugleich die Hymne der Europäischen Union, Fußball ist Europas Lieblingssport, und so schließt sich ein wunderbarer Kreis der Freude und der guten Unterhaltung.

Bei BETC Paris ist CCO Stéphane Xiberras mit CD Olivier Apers hauptverantwortlich für die Kampagne. Produktion: Henry de Czar. Regie: Bart Timmer.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



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