Dem "Wall Street Journal" nach ist das Auswahlverfahren inzwischen weit fortgeschritten. Gute Chancen haben demzufolge Crystal City im Norden des Bundesstaates Virginia, das mit einer günstigen Lage nahe der US-Hauptstadt Washington DC punkte, sowie das texanische Dallas und die Ostküstenmetropole New York City. Amazon verspricht neben den Jobs, die direkt geschaffen werden sollen, noch zahlreiche zusätzliche Arbeitskräfte und hohe Investitionen. Im Gegenzug winken dem Konzern massive Steuernachlässe der Standorte, die sich bewerben.

Während sich Politiker gerne mit großem öffentlichem Rummel als Jobbeschaffer feiern lassen, sehen Experten die Praxis skeptischer. Häufig werden Investitionen und Arbeitsplätze durch Steuergelder teuer erkauft, zudem erfüllen sich die Versprechen der Unternehmen längst nicht immer. Ein Aktionsbündnis, das Vertreter von 21 Bundesstaaten umfasst, appellierte deshalb bereits an Bezos, das Auswahlverfahren möglichst transparent zu gestalten.

Vorbehalte gibt es auch hinsichtlich der Stadtveränderungen, die häufig mit der Ankunft großer Konzerne einhergehen. So kann der Zuzug hoch bezahlter Tech-Arbeitskräfte die Mieten und Lebenshaltungskosten für die restliche Bevölkerung in die Höhe treiben. Dieses Phänomen ist etwa in der kalifornischen Bay Area mit der Metropole San Francisco nahe der IT-Hochburg Silicon Valley zu beobachten, aber auch an Amazons bisher einzigem Hauptsitz Seattle und in anderen Regionen.

dpa


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W&V Redaktion
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