Stepstone-Umfrage :
Gehaltserhöhung: Besonders oft fragt das Marketing

In Sachen Eigen-PR sind die Marketingleute wohl Spitzenreiter. Sie fragen am häufigsten nach einer Gehaltserhöhung. Auch die IT-Leute zeigen sich selbstbewusst.

Text: Anja Janotta

Frauen sind bei der Gehaltsverhandlung bescheidener.
Frauen sind bei der Gehaltsverhandlung bescheidener.

Die hartnäckigsten Quengler kommen aus den Bereichen Marketing und Kommunikation. Offenbar können sie nicht nur gut Werbung für Produkte, sondern auch für die eigene Marke machen. Das zeigt eine Auswertung der Jobbörse Stepstone, die 30.000 Datensätze aus dem aktuellen Gehaltreport ausgewertet hat. Im Schnitt fragt etwas mehr als jede dritte Fachkraft in Deutschland genau einmal pro Jahr nach einer Gehaltserhöhung.

22 Prozent fragen ihren Chef alle zwei Jahre, fünf Prozent alle drei Jahre. Und alle sechs Monate sprechen insgesamt zwei Prozent der Fachkräfte ihren Vorgesetzten auf eine Gehaltserhöhung an. Aber es gibt auch ein paar Bescheidene: Jeder Fünfte hat hingegen noch nie nach einer besseren Bezahlung gefragt.

Besonders oft ersuchen Fachkräfte aus dem Bereich Marketing und Kommunikation die Gehaltserhöhung: Mehr als Dreiviertel von ihnen haben ihren Vorgesetzten schon mindestens einmal gezielt auf eine Gehaltserhöhung angesprochen, 45 Prozent davon fragen jährlich. Auch der Großteil der IT-Fachkräfte (74 Prozent) und Architekten (72 Prozent) hält sich mit der Forderung nach mehr Lohn nicht zurück. Bescheidener hingegen zeigen sich Ärzte: Nur vier von zehn fordern regelmäßig mehr Geld in der Lohntüte. Auch Pflegekräfte (38 Prozent) und Naturwissenschaftler (33 Prozent) fragen seltener nach einer besseren Bezahlung.

Frauen fordern weniger häufig mehr Geld

Beim Vergleich zwischen männlichen und weiblichen Fachkräften gibt es ebenfalls einen Unterschied – Männer gehen das Thema Gehaltanpassung selbstbewusster an als ihre weiblichen Kollegen: 71 Prozent der Männer fragen regelmäßig nach einer Lohnerhöhung, bei den weiblichen Fachkräften sind es 10 Prozent weniger.

56 Prozent der deutschen Fachkräfte sind der Ansicht, angemessen bezahlt zu werden. 48 Prozent davon sind zufrieden (durchschnittliches Jahresgehalt dieser Gruppe: 63.000 Euro), acht Prozent sogar sehr zufrieden (Durchschnittsgehalt 78.000 Euro). Mehr als jeder Dritte sagt hingegen, er sei eher unzufrieden. Der Durchschnittslohn dieser Gruppe liegt bei 49.000 Euro. Jeder Zehnte ist gar nicht zufrieden (Jahreseinkommen: 38.000 Euro).

Da Männer im Schnitt besser bezahlt werden als Frauen, überrascht es nicht, dass männliche Fachkräfte häufiger mit ihrem Gehalt zufrieden sind: 58 Prozent der Männer geben an, angemessen bezahlt zu werden. Bei den Frauen sind 53 Prozent dieser Meinung.

Besonders zufrieden mit ihrem Gehalt sind die Branchen, also Ingenieure (62 Prozent) ITler (61 Prozent), Fachkräfte aus dem Finanzbereich und Ärzte (jeweils 60 Prozent) Unzufrieden zeigen sich Fachkräfte aus dem Bereich Bildung und Soziales: Jeder Zweite hält hier sein Gehalt für nicht angemessen.

Marketing- und Agenturleute, die klären wollen, ob sie mit ihrem Gehalt im Zielkorridor ihrer Kollegen liegen, können bei der Gehaltsumfrage von W&V mitmachen. Noch bis Ende August läuft die Umfrage, die W&V gemeinsam mit Gehalt.de und Designerdock durchführt. Hier geht's zum Fragebogen.

Und hier geht es zum W&V Dossier Gehaltsvergleich.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.