VZB befasst sich mit Recruiting :
"Machen Sie Employer Branding zur Chefsache"

Personalspezialistin Helena Bommersheim sprach beim VZB in München über die Probleme im Recruiting in Zeiten von Vollbeschäftigung.

Text: Lisa Priller-Gebhardt

Helena Bommersheim (l.) mit Anina Veigel, Geschäftsführerin des VZB.
Helena Bommersheim (l.) mit Anina Veigel, Geschäftsführerin des VZB.

Chefs von Bayerischen Zeitschriftenverlagen werden nicht alles gerne gehört haben, was die Inhaberin der Personalagentur Bommersheim Consulting, Helena Bommersheim beim Kaminabend des Verbandes der Zeitschriftenverleger, VZB, zu sagen hatte. Sie appellierte eindringlich an die Anwesenden: "Machen Sie Employer Branding zur Chefsache." Durch die Digitalisierung der Branche mangelt es ihr zufolge an Fachkräften in allen Bereichen, auch in der Medienbranche.

Hidden Champions gesucht

Nachdem gerade in Süddeutschland Vollbeschäftigung herrsche und sich die Thematik Mitarbeitersuche verschärft habe, helfe da oft nur der Blick ins Innere des Unternehmens, so die Personalberaterin. "Evaluieren Sie die Kompetenzen im Unternehmen", so ihr Rat. Eine Software könne dabei helfen, um Zweitbegabungen von Mitarbeitern auszuloten. Nicht unmöglich, dass sich in einer eher Print-getriebenen Redaktion ein Scrum-Master befinde oder ein IT-Nerd. Hidden Champions gebe es überall, man müsse sich nur auf die Suche nach ihnen machen.

Noch einen Rat hat Bommersheim: "Haben Sie keine Angst vor bunten Hunden." Menschen mit Ecken und Kanten ohne klassische Kaminkarriere. Daher spiele die Förderung der Mitarbeiter in Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Sie stimmt mit einem Bericht der "SZ" überein, in dem es kürzlich hieß, es sei egal, was die Jugend studiere, Hauptsache, sie studiere. "Unternehmen müssen künftig damit leben, dass sie Mitarbeiter stärker im eigenen Haus weiterbilden müssen."

In die eigenen Mitarbeiter investieren

Bommersheim, die ihr Büro in München an der Fürstenfelderstraße hat, ist auch seit zwei Jahren mit einem Berliner Standort vertreten. Sie hat hier und da überraschende Erfahrungen gesammelt. Inzwischen sei es offenbar kein Einzelfall mehr, dass neue Stellen nicht angetreten werden, obwohl die Tinte auf dem Vertrag bereits trocken ist. Außerdem habe sich die Belastbarkeit sowie die Bereitschaft, sich ganz und gar der Arbeit zu verschreiben, stark verändert. "Vielen reicht es, mit dem Einkommen auszukommen", sagt Bommersheim.

Ein Grund mehr, in bestehende Mitarbeiter zu investieren.


Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.