Zukunftspläne :
Martin Sorrell: Gekommen, um zu bleiben

Eine Welt ohne Sorrell? Dieses Szenario bleibt uns offenbar erspart. Der 73-Jährige will nicht in Rente gehen.

Text: Conrad Breyer

Martin Sorrell fühlt sich noch fit genug, Ratschläge zu erteilen.
Martin Sorrell fühlt sich noch fit genug, Ratschläge zu erteilen.

Sollte sich jemand gefreut haben - es war zu früh. Martin Sorrell, 73 Jahre alt, leibt im Geschäft. Auf der Technologiekonferenz Techonomy 18 in New York sagte der ehemalige WPP-Chef Dienstag einem Bericht von Campaign zufolge, er habe keinesfalls vor, in Rente zu gehen. "Weder freiwillig noch unfreiwillig", so Sorrell gegenüber David Kirkpatrick, Gründer und CEO der Techonomy. Das Ende seiner Karriere sehe er nicht gekommen, auch wenn er nicht mehr an der Spitze der größten Werbeholding der Welt stehe.

Martin Sorrell war vor Kurzem von seinem Amt als CEO von WPP zurückgetreten, weil man ihm persönliches Fehlverhaltens vorwirft. Es geht um den Missbrauch von Firmenvermögen, um dessen Aufarbeitung sich WPP jetzt kümmert. Mark Read, Chief Executive Officer von Wunderman und WPP Digital, sowie Andrew Scott, WPP Corporate Development Director und Chief Operating Officer für Europa, haben Sorrells Job vorübergehend übernommen. Tatsächlich hatte Sorrell viele Feinde, manche vermuten hinter seinem Rücktritt eine erfolgreiche Mobbing-Aktion.

Sorrell weiß, was Kunden wünschen

Details zu seiner Zukunft hat der ehemalge WPP-Manager nicht preisgegeben. Seine Aussage fiel nur beiläufig auf der Konferenz nach einem Gespräch über Technik in der Werbung, das Mediageschäft, die wirtschaftliche Lage in der Welt und US-Präsident Donald Trump. Auf dem Panel ließ er sich offenbar auch darüber aus, wie denn die Zukunft klassischer Werbeagenturen aussehen könne. Sorrell forderte, sie müssten sich neu erfinden. Das sei nicht einfach, aber er sehe sie in der Lage dazu. "Die Leute in den Holdings sind ja nicht dumm", zitiert Campaign Sorrell.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.