Ob Karriere-Boost oder Produktverkauf per Eigenmarke, am Anfang jeder Personal-Branding-Strategie steht die Selbstreflexion: Was ist mein Alleinstellungsmerkmal und wie mache ich es bekannt? Die meisten scheitern bereits an dem ersten Teil dieser Frage. Es scheint schwerer denn je, seine Expertise in einer Welt voller Individualisten zu definieren. Eine Menge Blogger, Youtuber und Instagram-Stars teilen ihre Besonderheiten mit der Welt. Authentizität ist in diesem Zusammenhang das entscheidende Wort – auch und erst recht im sogenannten Snapchat-Jahr 2016, in dem wir unser Mittagessen auf Instagram posten, unseren Beziehungsstatus bei Facebook teilen und unseren Lebenslauf bei Linkedin anpreisen.

Der Kern eines erfolgreichen Personal Brands ist die Gewissheit darüber, wer man selbst ist, was man kann und wofür man stehen will. Die Definition der eigenen Werte ist der USP der eigenen Persönlichkeit – eine Herausforderung, der sich inzwischen sogar Spezialisten annehmen. Die Firma Social Trademark etwa hilft Persönlichkeiten bei der Suche nach der eigenen Kernkompetenz, der Positionierung und dem Aufbau einer Online-Reputation. Inzwischen pusht die Agentur namhafte Experten aus diversen Branchen mit einem eigenen Blog und über Social-Media-Kanäle. Denn die beste Idee ist ohne den Trommelwirbel der Öffentlichkeit wirkungslos.

Daher muss jeder, der seinen Brand ausbilden will, seine definierten Werte auch über Linkedin, Facebook, Xing, Twitter und Co. konsequent kommunizieren. Ein Blog ist die Visitenkarte des Social Media-Zeitalters, macht Expertenwissen teilbar und multipliziert es. Für Einsteiger bietet Linkedin seinen Usern seit 2015 mit der hauseigenen Autorenplattform Pulse die Möglichkeit, schnell, einfach und spontan zu bloggen.

Eben dies sollte jeder im Rahmen seiner Personal-Branding-Strategie tun. Schließlich steht und fällt der Erfolg des eigenen Brands mit dem Wissen, das man bereit ist weiterzugeben. Content Marketing ist für Unternehmen in diesem Zusammenhang das entscheidende Stichwort. Hier geht es primär darum, einen Mehrwert zu stiften, den Leser zu unterhalten, eine Marke mit Storytelling lebendig zu machen. Königsdisziplin ist der Dialog mit der Zielgruppe über Social Media.

In Zusammenhang mit nachhaltigem Networking sind Kritikfähigkeit und Empathie das A und O einer Online-Präsenz. Wer sich der Reichweite von Aussagen im Social Web bewusst ist und verantwortungsvoll handelt, kann seinem Brand auch konsequent das geben, was ihn erfolgreich macht: sympathische Menschlichkeit, der man gerne Vertrauen schenkt. Hinter jeder Marke müssen aber echter unternehmerischer Erfolg oder fundierte fachliche Kompetenz stehen. Nur wer viel zu bieten hat, kann auch viel zeigen. Personal Branding bedeutet daher: die eigene Persönlichkeit kennen und ausbauen, laufend Kontakte knüpfen und die eigene Expertise zementieren.

Starke Brands sind für Unternehmen inzwischen unverzichtbar, denn effektiver können Personal Branding und Employer Branding nicht ineinandergreifen. Wer kauft nicht gerne bei dem Unternehmen, das die ultimativen High Potentials unter seinem Dach versammelt? Das Brand-Versprechen einer Eigenmarke mit herausragender Reputation verbreitet sich so rasant wie die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda, setzt sich ebenso hartnäckig in den Köpfen der Menschen fest und hallt nach. Geschickt genutzt ist das Resultat ein sich ständig weiter festigender Expertenstatus und langfristiger Imagezuwachs. Denn indem das eigene Wort Gewicht hat, gewinnt es auch an Einfluss. Deshalb sind Personal Brands Meinungsmacher.

Thorben Fasching ist Geschäftsführer von Open Reply, einer Agentur für digitale Transformation, Mobile Solutions und Connected Platforms. Zudem ist er Vizepräsident im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Er ist einer der "Digital Leader", einer festen Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.



Autor: Thorben Fasching

Thorben Fasching ist seit Februar 2016 Geschäftsführer von Open Reply, einer Agentur für digitale Transformation, mobile Lösungen und vernetzte Plattformen aus der Reply-Gruppe. Vorher war er u.a. als Director und Prokurist für den Unternehmensbereich Marketing & User Experience der E-Commerce-Agentur Hmmh verantwortlich. Darüber hinaus ist er Vizepräsident im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing und Controlling an der Westfälischen Wilhelms Universität in Münster und wurde zu den "Next TOP 100 Influencer Digital Industry" gewählt.