Drogeriekette :
Rossmann macht Facebook-Fans zu Produktdesignern

Die Drogeriemarktkette Rossmann lässt Facebook-Fans ihre Eigenmarke Isana gestalten.

Text: Stephanie Gruber

Knapp 450.000 Fans auf Facebook hat Rossmann mittlerweile – und die können seit heute Morgen sechs Produkte der Eigenmarke Isana selbst designen. 2,79 Euro kosten das Duschgel mit persönlicher Grußbotschaft sowie eigenem Foto oder der im Leopardenlook gestaltete Seifenspender. Die Kunden können sich die Eigenkreationen wahlweise nach Hause schicken lassen oder in einer Filiale abholen. Außerdem kann man auch jene Produkte kaufen, die andere Nutzer gestaltet haben.

Die Agentur EOL Intermedia, die Rossmann seit Anfang des Jahres in Sachen Social-Media-Strategie berät, hat die Facebook-App entwickelt. Die Drogeriemarktkette gehört zu jenen Unternehmen, die die weltgrößte Community sehr geschickt einsetzt, um ihre Kundenbeziehungen zu pflegen. Im großen W&V-Facebook-Check (W&V-Ausgabe 34) hat Rossmann es sogar geschafft, die virtuelle mit der realen Geschäftswelt zu verknüpfen. Auf Nachfrage bei Facebook, hinterlegte das Unternehmen ein Produkt in einer Filiale.

Für die aktuelle Produktdesign-Aktion erntet das Unternehmen allerdings nicht nur Lob: „Alles nur Nachmacherei von dm“ stänkerten etliche Internetnutzer heute Früh. Denn Konkurrent dm hatte seine Kunden vor einiger Zeit ebenfalls Etiketten seiner Eigenmarke Balea kreieren lassen.
Der Konkurrenzdruck im Segment der Drogerieketten ist größer denn je: Um die ehemaligen Schlecker-Kunden buhlen nicht nur Rossmann, dm, Müller und Co. Auch die Vollsortimenter und Discounter haben ihr Engagement in diesem Bereich zuletzt deutlich ausgebaut.

dm wirbt derzeit mit Anzeigen in Tageszeitungen für seine Eigenmarken-Range Balea. Dabei hatte sich die Kette um Gründer Götz Werner in der Vergangenheit doch immer dagegen ausgesprochen durch Werbung Druck auf die Konsumenten auszuüben.


Autor:

Stephanie Gruber
Stephanie Gruber

ist Textchefin bei W&V. Die gebürtige Pfälzerin hatte schon immer ein Faible für Marken, besonders aus dem Bereich Lebensmittel. Kein Wunder: Sie ist quasi im Supermarkt ihrer Eltern aufgewachsen.