Die Vertrauensstelle richtet sich an Betroffene sexueller Belästigung und Gewalt und ist zunächst auf den Film-, Fernseh-, Theater- und Orchesterbereich beschränkt, kann aber durch Beteiligung weiterer UnterstützerInnen und entsprechender BranchenvertreterInnen auf die gesamte Medienbranche, den Musikbereich und andere Kulturzweige ausgeweitet werden. Neben der Entgegennahme und Prüfung von Beschwerden und der Unterstützung Betroffener stehen die Aufarbeitung und Prävention sexueller Belästigung und Gewalt im Mittelpunkt.

In den vergangenen Monaten waren in der MeToo-Debatte gerade in der Medienbranche mehrere Fälle sexueller Übergriffe bekannt geworden. In Deutschland geriet Regisseur Dieter Wedel unter Verdacht - er erklärte mehrfach, er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. Der Westdeutsche Rundfunk trennte sich jüngst von einem Fernsehkorrespondenten, dem sexuelle Übergriffe zur Last gelegt werden. Der jetzige Intendant Tom Buhrow bekannte, dass sein Sender in der Vergangenheit Fehler im Umgang mit Betroffenen gemacht habe. 

Der WDR ist jedoch keinesfalls der einzige Sender, bei dem Fälle sexueller Belästigung bekannt geworden sind. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Branchenmagazins "Journalist". Bei SR, SWR, BR und dem ZDF gab es in den vergangenen Jahren jeweils "wenige Fälle", so die Auskunft der Sender. ProSiebenSat.1 gibt an: "Wir hatten einen Fall in der jüngeren Vergangenheit, der auch sofort entsprechend sanktioniert wurde." Dabei zeigt sich: Die Mehrheit der Sender hat aus der #MeToo-Debatte gelernt und geht das Thema intensiv und auf vielen Ebenen an.

Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, sagt: "Eine Lehre, die wir aus den Erfahrungen des WDR gezogen haben, ist, dass wir die Möglichkeiten externer Beschwerden erweitern." Auch andere Sender haben ähnliche Anlaufstellen, etwa externe Ombudsleute, eingerichtet oder planen dieses.

am/mit dpa


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W&V Redaktion
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