Mitarbeitermotivation :
Viel mehr als ein Handy: Wecken Sie ein neues Lebensgefühl!

Leidenschaft und Einsatzbereitschaft für die Sache wecken, Design oder Technik fördern sowie auf die Begeisterung setzen, die niemals mit schnödem Mammon verrechnet werden kann - solche Dinge fördern den Teamgeist, davon ist Führungskräftetrainerin und Rednerin Jacqueline Groher überzeugt.

Text: Judith Stephan

Wertschätzender, kooperativer Umgang miteinander? Von wegen! Der Angriff auf den Kollegen im Meeting ist völlig okay, solange es dem Unternehmen nutzt. Abteilungsübergreifende Kommunikation? Fehlanzeige! Die abgeschotteten Teams sollen sich ganz auf ihre Aufgabe konzentrieren. Möglichst viele Informationen für neue Mitarbeiter? Im Gegenteil, das Organigramm kennt nur der Vorstand und der Neuling bleibt so lange außen vor, bis er seine Vertrauenswürdigkeit unter Beweis gestellt hat. 

Wer so offensichtlich gegen die Lehre der Management-Fakultäten operiert, kann nur scheitern. Oder so grandios durchstarten wie die US-Ikone Apple, das teuerste Unternehmen der Welt. Die Technologiefirma hat zwar so ziemlich alles anders gemacht, als auch ich es in meinen Vorträgen vertrete. Aber sie hat vor allem eines richtig gut gemacht: Leidenschaft wecken, Einsatzbereitschaft für die Sache, das Design oder die Technik fördern sowie auf die Kraft der Begeisterung setzen, die niemals mit schnödem Mammon verrechnet werden kann.

Das Apple-Beispiel belegt: Sie können kräftig gegen den Strich bürsten und dabei erfolgreich sein. Sofern Sie die Mitarbeiter hinter sich haben. Apple hat mit kleinen verschworenen Hochleistungseinheiten an immer neuen bahnbrechenden Produkten gearbeitet und so den Start-up-Hunger bewahrt. Die Informatikerin Marissa Mayer, schwanger zur neuen Vorstandsvorsitzende von „Yahoo“ berufen, setzt auf eine offene Kommunikation: „Ich kann es nicht erwarten, eure Ideen für die Zukunft von Yahoo zu hören. Bitte kommt in mein Büro in Haus D, dritte Etage und sagt Hallo.“ Das Internet-Unternehmen hat 14 000 Mitarbeiter…

Nein, es gibt kein Patentrezept für den beruflichen Erfolg!  Sicher ist nur, es gehören Emotionen dazu, Mut zum Risiko und Lernbereitschaft. Erfolgreiche Menschen haben viel ausprobiert, riskiert, vielfach versagt – und anschließend einfach nur anders weiter gemacht. Ganz wie Apple. Dass das Unternehmen Ende der 90ger Jahre nicht mehr weit vom Konkurs entfernt war, interessiert heute niemanden mehr.

Die Betriebswirtin Jacqueline Groher, ehemals Rennfahrerin, jetzt Rednerin und Führungskräftetrainerin hat sich vor 15 Jahren in unterschiedlichen Positionen in Industrie und Handel als Speakerin und Business Coach für Führungskräfte selbstständig gemacht. Sie ist nebenbei Gast-Dozentin für Projektmanagement an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin und Autorin.
Kontakt: jg@jacquelinegroher.com, www.jacquelinegroher.com


Autor:

Judith Stephan
Judith Stephan

leitet seit fast zwanzig Jahren das Job & Karriere-Ressort der W&V. Ihr liegen vor allem die Themenbereiche Arbeitswelten und Jobperspektiven am Herzen. In ihrer Funktion als Chef vom Dienst ist sie in der Redaktion ebenfalls für Personalplanung, Aus- und Fortbildung zuständig.