IT-Sicherheit :
Warum Hacker so gefragt sind

Computersicherheit ist eines der wensentlichen Themen, mit denen sich die Unternehmen heute beschäftigen müssen. Doch trotz zunehmender Nachfrage herrscht in Deutschland aber ein Mangel an qualifizierten Fachkräften in der IT-Sicherheit.

Text: Anja Janotta

Die Risiken von Cyberspionage sind groß.
Die Risiken von Cyberspionage sind groß.

Computersicherheit ist eines der wensentlichen Themen, mit denen sich die Unternehmen heute beschäftigen müssen. Doch trotz zunehmender Nachfrage herrscht in Deutschland aber ein Mangel an qualifizierten Fachkräften in der IT-Sicherheit. Auf je drei ausgeschriebene Stellen kommt aktuell derzeit nur ein Bewerber. Und Deutschland ist fast allein auf internationaler Flur: Nur in Israel, Großbritannien und Brasilien ist es derzeit noch schwerer, passende Bewerber auf Stellen in der IT-Sicherheit zu finden, so eine Studie des Jobportals Indeed. Indeed untersuchte die Entwicklung in zehn Ländern über die vergangenen zwei Jahre hinweg.

Spannender Nebeneffekt: Im vergangenen Jahr sind die Stellenausschreibungen für "Hacker"um 84 Prozent angestiegen. Das bedeutet, dass die Unternehmen immer verzweifelter auch auf Nebenwegen nach ihren idealen Kandidaten suchen.  Ehemalige Hacker bringen offenbar viele Kenntnisse und Erfahrungen mit, von den die Arbeitgeber profitieren.

Trotzdem, IT-Sicherheits-Ingenieure und -Berater sowie IT-Auditoren sind derzeit die in Deutschland am schwierigsten zu besetzenden Stellen. So kommt bei den Ingenieuren auf fünf ausgeschriebene Jobs nur ein qualifizierter Bewerber für IT-Sicherheit. Bei Beratern und Auditoren sind es rund vier Stellen je Kandidat.

In einigen boomenden Einsatzbereichen wird derzeit verzeifelt gesucht. Im Cloud Computing beispielsweise verdoppelte sich die Nachfrage nach Sicherheitsfachkräften im letzten Jahr fast (plus 94,4 Prozent). Auch die kriminalistische Aufarbeitung von Hackerangriffen beschäftigt deutsche Unternehmen zunehmend. Dieses Jahr wurden dreimal mehr Cyberforensik-Experten gesucht als noch 2015.
"Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in der IT-Sicherheit bremst den technologischen Fortschritt in Deutschland, gerade wenn wir an die Herausforderungen der Industrie 4.0 denken. Allerdings sehen wir einen kleinen Lichtblick: Das Bewerberinteresse steigt momentan etwas schneller an als die Nachfrage", sagt Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed Deutschland. Die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen im Bereich IT-Sicherheit ist zwischen 2014 und 2016 um über ein Drittel (38,6 Prozent) gestiegen. Die Suchen legten im selben Zeitraum um über die Hälfte (52,7 Prozent) zu - allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.