Anania: Bisher fand dieser inspirative Austausch bei der Night of Creativity an einem großen Abend statt – nun ist sie der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Kannibalisiert sich das Konzept damit nicht selbst?

Pietsch: Das Gegenteil ist der Fall. In den vergangenen beiden Jahren ist aus einer Non-profit-Abendveranstaltung für Werber eine Plattform für den Austausch Gleichgesinnter und Kreativer geworden. Mich freut es vor allem, dass sämtliche Protagonisten miteinander im Austausch geblieben sind und mittlerweile gemeinsame Projekte umsetzen. Und: Mit den zusätzlichen Formaten und Abenden sind wir in der Lage, Themen und Cluster mit Tiefgang zu beleuchten. Dabei schlagen wir außerdem Brücken: Wo Institutionen, Verbände, Marken und Interessengemeinschaften in den vergangenen Jahren noch solitär unterwegs waren, stiften wir mit dem neuen Dach Verbindung und Gemeinsamkeit. Die Gestaltungskraft einer gesamten Metropolregion wird an mehreren Tagen an unterschiedlichen, kultur-relevanten Orten erlebbar. Durch Podiumsdiskussionen, Workshops, Dinner-Formate und Impulsvorträge berühren und befruchten sich verschiedenste Communities.

Anania: Das klingt nach einer Art Woodstock für Kreative und Entrepreneure...

Pietsch: Woodstock ist groß. Aber vielleicht die richtige Botschaft für das Vorhaben. Wir denken die Plattform über die bekannten Regeln hinaus, bauen ein Netzwerk der Veränderungseliten auf und entwickeln das Format zu einer starken, demokratisch geführten Marke der Kreativität. Wir setzen bewusst auf Talent und die nächsten Generationen. Deswegen ist die Mission von Creative Hive bewusst anspruchsvoll formuliert:  "We Create The Future". Das ist eine sehr interdisziplinäre Aufgabe. Inspirieren, diskutieren, lernen und gemeinsam gestalten – dafür steht das neue Format.

Anania: Wie schlägt sich das im Programm der Creative-Hive-Woche nieder?

Pietsch: Wir gehen das ganze "evolutionär" an, schließlich wird die Plattform immer noch von Ehrenamtlern organisiert. In einem ersten Schritt wird es in diesem Jahr vor der eigentlichen Night of Creativity drei zusätzliche Veranstaltungen mit den Themengebieten "Creative Culture", "Creative Digital & Technology" und "Creative Entrepreneurship" geben. Hier werden kreative Macher, Digital-Experten, Künstler, Gründer und auch Dax-Konzernvorstände über spannende Phänomene wie digitale Währungen, die Evolution von Geschäftsmodellen sowie die Verbindung von Kunst, Kultur, Wirtschaft und Technologie diskutieren.

Anania: Und was steht als Höhepunkt der Woche an?

Pietsch: Wir haben wirklich tolle Persönlichkeiten und Geschichten gewinnen können. Unter anderem den Accenture-Interactive-CEO Matthias Schrader oder Eva Wimmers als President Europe Huawei HONOR, oder den Künstler Tim Bengel, oder Europas Nummer 1 Graffiti Artist René Turrek oder oder oder... Ich freue mich auch über die Teilnahme meines Kollegen Dennis May, den DDB Deutschland Kreativ-Chef sowie Florian Schültke von Deloitte Digital und Gründerpersönlichkeiten wie Florian Falk von Just Spices, um nur einige zu nennen. 3M, die Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH, der Marketing-Club Düsseldorf sowie eine hochkarätige Jury werden außerdem wieder den  "Creative Marketing Award Düsseldorf" für besondere unternehmerische, kreative Leistungen verleihen. Und damit haben wir nicht einmal die Hälfte der Inhalte beschrieben.

Anania: Das hört sich nach vielen spannenden Geschichten an – und nach einem Programm, wie es die großen, internationalen Konferenzen vorlegen. Wo entwickelt sich Creative Hive einmal hin?

Pietsch: Das wissen wir heute auch noch nicht. Die WebVideoPreis-Gründer und Preisträger des Creative Marketing Award 2016, . Dimitrios Argirakos und Markus Hündgen haben mal gesagt: "Wenn wir nicht permanent alles hinterfragen und sich ein Konzept zu wiederholen droht, dann ist es vorbei." Ich glaube, damit sind die beiden gute Ratgeber.

Das gesamte Programm der Creative Hive Woche und der Night of Creativity gibt es unter www.creativehive.de. Karten können über www.eventbrite.com/creativehive erworben werden.

Paolo Anania, Chef der Digitalagentur und Strategieberatung Granpasso, ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite. 



Autor: Paolo Anania

Paolo Anania ist Gründer und CEO von Granpasso, einem Düsseldorfer Full-Service Dienstleister für digitale Transformation. Das Hybridunternehmen aus Strategieberatung und Digital-Agentur berät internationale Konzerne und mittelständische Unternehmen auf dem Weg in und durch die digitale Welt. Als Vorstandsmitglied beim Bund Junger Unternehmer – BJU Düsseldorf-Niederrhein kümmert sich Anania zudem in besonderer Weise um Startups aus der Region und unterstützt Neugründer mit seinem Knowhow.