Dirk Bittermann: Doch eine Inhouse-Lösung

Dirk Bittermann wird am 1. April General Manager von BBDO Proximity Düsseldorf. Er folgt auf Andreas Trautmann, der die Agentur Ende 2011 verlassen hat.

Text: Peter Hammer

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Gut 250 Mitarbeiter hat BBDO Proximity in Düsseldorf auf der Payroll stehen, mehr als an jedem anderen Standort der Gruppe. Jetzt bekommt die Agentur einen neuen Chef. Am 1. April 2012 tritt Dirk Bittermann sein Amt als neuer General Manager an. Er folgt auf Andreas Trautmann, der im Juni vergangenen Jahres angekündigt hatte, als CEO zur Network-Agentur McCann Erickson zu wechseln.

Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten zog sich etliche Monate hin. Es gab Gespräche mit externen Kandidaten, bestätigt BBDO-Germany-Chef Frank Lotze, aber auch mit Führungskräften aus den eigenen Reihen. Dort wurde das Management fündig. Am Ende hieß es: "Die beste Lösung ist Bittermann", so Lotze. Der studierte Kommunikationswirt war vor elf Jahren zur Agentur gekommen und ist derzeit - noch - Geschäftsführer Beratung. Während seiner Zeit bei BBDO betreute er Etats wie Postbank, Yello Strom, Melitta, Pepsi, Metro Group und Aral. Stationen zuvor waren Kundenberatung bei Scholz & Friends und Internationaler Design-Berater bei MetaDesign in Berlin.

Gemeinsam mit den Kreativchefs Sebas­tian Hardieck und Christian Mommertz wird der 40 Jarhe alte Werber nun das Düsseldorfer Management Board leiten. Als Sprecher der Geschäftsführung kümmert er sich um die strategische Ausrichtung der Agentur, deren Ausbau aber auch übergreifend um das Neugeschäft.

Ganz oben auf der Agenda steht für Dirk Bittermann die stärkere Verzahnung des Klassik- und Digital-Geschäfts. Vor etwa einem Jahr wurde die BBDO-Werbeagentur mit der CRM-Digital-Schwester Proximity zusammengelegt. Seitdem arbeiten überwiegend gemischte Teams zusammen. "Es funktioniert auf der Arbeitsebene erstaunlich gut", sagt Bittermann. Doch abgeschlossen ist der Integrationsprozess noch nicht. Umso fordernder sei es, in einer "so spannenden Phase das Ruder zu übernehmen und die nächsten Pflöcke einzuschlagen."

Einige Kunden, darunter Braun, Postbank, Mars oder auch Metro nutzen bereits die digitale wie die nicht-digitale Expertise der Düsseldorfer. Das Potenzial für Cross-Selling, so Bittermanns Überzeugung, ist damit aber bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Wachstumsmöglichkeiten bieten zudem die anderen Disziplinen. Am Standort sind so gut wie alle wichtigen BBDO-Schwesteragenturen wie Ketchum Pleon (PR). Peter Schmidt Group (Design) und OMD (Media) vertreten. Sie sollen künftig enger kooperieren und interdisziplinäre Angebote formulieren, die sich auch vermarkten lassen. "Düsseldorf als der mit etwa 1000 BBDO-lern größte Standort wird eine Art Blaupause für die anderen Büros sein", gibt Bittermann die Richtung vor.

Unterstützt wird das Vorhaben durch das Crossworks-Programm, das BBDO vor einigen Wochen aufgesetzt hat. Demnach sollen disziplinübergreifende Schwerpunktthemen wie beispielsweise Mobile oder E-Commerce zunächst definiert und dann mit den Spezialisten aus den einzelnen Agenturen in eigenen Teams vertieft werden. Zunächst an den Standorten, später auch standortübergreifend. Auf diese Weise, so das Kalkül der Agenturführung, entstehen Strukturen und Prozesse, die das Zusammenarbeiten erleichtern.

Mit der Berufung von Dirk Bittermann zum neuen Standortchef endet zudem die halbjährige Übergangsphase, während der Michael Schipper, COO der BBDO Germany, den Merger in Düsseldorf intensiv begleitete.


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