Max Renneberg: Vom Gesetz zum Rezept

Er ist 32 Jahre alt und hat bereits zwei Unternehmen gegründet. Für das Kochhaus, das erste begehbare Rezeptbuch, stellt sich Max Renneberg jeden Abend an den Herd.

Text: Stephanie Gruber

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Kochen nach Rezept liegt voll im Trend. Einkaufen nach Rezept kann hingegen „nervig“ sein, finden die Kochhaus-Betreiber Max Renneberg, Ramin Goo, Karl Dieterich, Dorothée Stöber und Benjamin Rendtorff. Die Produkte in ihrem neuen Lebensmittelgeschäft sind nicht nach Warengruppen sondern nach 20 wechselnden Rezepten sortiert. Pro Tisch findet der Kunde die vorportionierten Zutaten für je zwei, vier oder mehr Personen.

Max Renneberg mag es hektisch: "Es macht mir Spaß, mehrere Baustellen gleichzeitig zu beackern. Ich bin an so vielem interessiert", sagt er von sich selbst. Bei seinem Job muss er das auch. Der 32-Jährige hat im Laufe seiner noch jungen Karriere bereits zwei Unternehmen gegründet. Neben dem Ärztenetzwerk esanum.de mit mittlerweile 40 Mitarbeitern jetzt das Kochhaus – eine Art begehbares Rezeptbuch in Berlin-Schöneberg.

Die Idee dafür kam ihm und zwei Freunden während des Studiums an der Elite-Hochschule WHU Vallendar. Renneberg betrieb die Studentenbar, auf dem Campus und einer der letzten Gäste, die er allabendlich habe "rauskehren" müssen, sei Mitgründer Ramin Goo gewesen, feixt der Unternehmer.

In dem Örtchen Vallendar am Mittelrhein gehe es sehr familiär zu – ganz anders als an der Berliner Humboldt-Uni, wo er zuvor Jura studierte. Die Kommilitonen verbringen viel Zeit miteinander, kochen gemeinsam, gehen einkaufen.

Beim "Zickzack-Kurs" durch den Supermarkt ist auch das Kochhaus-Konzept entstanden. "Im normalen Supermarkt ist es oft mühsam, nach Rezept einzukaufen", sagt Max Renneberg. Zudem bekomme man selten alles in einem Laden.

Anders im Kochhaus: Dort sind die Zutaten nach Rezepten geordnet und vorportioniert. "Auf unseren Anleitungen stehen exakte Mengenangaben", betont der Geschäftsmann. Aussagen seiner Mutter wie "eine Prise Salz" oder "etwas Öl" hätten den gebürtigen Ostberliner schon früher gänzlich überfordert.

Im Gegensatz zu seinem Partner Goo, der einige Jahre auf Sizilien gelebt hat, bezeichnet sich Renneberg auch heute noch als Laien-Koch. Er sei die ideale Person, um die Rezepte zu testen, die das Kochhaus-Team seinen Kunden serviert. Sein Lieblingsgericht: Tagliatelle in Rosmarincreme mit gebratenen Kräuterseitlingen und Tiroler Speck. Meistens kocht er für sich und seine Freundin. Mit ihr geht er gerne ins Theater oder in die Oper.

Sport treibt der zweifache Unternehmer auch - in einem Fitnessstudio, das 24 Stunden geöffnet hat. Freunde und Bekannte witzeln ab und an, dass Renneberg unter dem Hyperaktivitätssyndrom ADHS leide. Doch der 32-Jährige ist sich bewusst, dass auch seine Energie endlich ist. Der Schlaganfall seines Vaters, der "ähnlich ticke" wie er, sei ihm ein Warnschuss gewesen, sagt er. Seither lässt er Handy und Computer am Wochenende ausgeschaltet.


Autor:

Stephanie Gruber
Stephanie Gruber

ist Textchefin bei W&V. Die gebürtige Pfälzerin hatte schon immer ein Faible für Marken, besonders aus dem Bereich Lebensmittel. Kein Wunder: Sie ist quasi im Supermarkt ihrer Eltern aufgewachsen.



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