Studie von GS1, Rheingold und PWC :
10 Lösungen für den Einzelhandel des Jahres 2025

Wie muss sich der Einzelhandel in den kommenden Jahren verändern? Eine Studie listet 10 Herausforderungen auf - und 10 Lösungen.

Text: Frank Zimmer

Das Technologie-Unternehmen GS1 und seine Research-Partner Rheingold Institut und PWC haben einen weiteren Teil ihrer umfassenden Konsumgüterstudie "Smart Value Networks" über die Zukunft des Handels vorgelegt. Diesmal geht es um Omni-Channel Retailing 2025. Die Grundlagen sind bereits im ersten Teil der Studie geklärt worden. Demnach gehört nicht dem traditionellen E-Commerce die Zukunft, sondern dem Omni-Channel, also der intelligenten Vernetzung analoger und digitaler Einkaufswelten. Der Kunde wird dort kaufen, wo es für ihn bequem ist. Der Glaubenskrieg zwischen defensiven Offline-Händlern und digitalverliebten Pure Playern interessiert ihn nicht.

Studienleiter Klaus Vogell wollte wissen, was in den kommenden 7 Jahren auf den Handel zukommt - und wie die Lösungen aussehen. Hier sind die Ergebnisse:

10 Herausforderungen für den Handel

1. One Reality

Für Kunden gibt es nur eine Einkaufswelt - und zwar die, in der er sich gerade aufhält. Die unterschiedlichen "Kanäle" existieren vor allem in der Binnenlogik des Händlers. Er muss die Varianten des PoS möglichst intelligent vernetzen.

2. Complexity

Händler der Zukunft müssen mit einer Vielzahl von Plattformen, Prozessen und Produktvarianten umgehen können.

3. Data

Data Mining und Datenmanagement werden zur Kernkompetenz für Händler.

4. Profit

Die Fragen nach Investitionen, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb setzen Händler mehr denn je unter Druck.

5. Staff

Verfügbarkeit, Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter sind Wettbewerbsfaktoren.

6. Streams

Warenströme, Datenströme, Fulfillment und Retourenlogistik erfordern permanente Aufmerksamkeit und Veränderungsbereitschaft.

7. Speed

Echtzeit-Orientierung bedeutet deutlich höhere Geschwindigkeit bei Reaktionen, Prozessen und Systemleistung.

8. Individualisation

Kunden erwarten personalisierte Ansprache, Angebote, Konditionen und Produkte.

9. Competition

Starke, global agierende Wettbewerber, Kompetenzverschiebungen und alternative Geschäftsmodelle sorgen für verschärften Konkurrenzkampf.

10. Abilities

Die Ansprüche an Ressourcen, Know-how, Interoperabilität und Kompatibilität von Prozessen, Technologien und Unternehmen steigen.

10 Lösungen für den Handel

1. Integration

Vernetzen Sie Systeme, gleichen Sie Daten ab, integrieren Sie Produkte und Services und optimieren Sie Organisationsstrukturen.

2. Investment

Seien Sie offen für Investitionen und Experimente.

3. Experience

Schaffen Sie einzigartige Kundenerlebnisse. Unterscheiden Sie sich vom Wettbewerb. Machen Sie sich unverwechselbar und unverzichtbar.

4. Mixed Reality

Verknüpfen Sie Digitales und Stationäres immer aus der Sicht des Kunden.

5. Automation

Nutzen Sie Technologien nicht um der Technologien willen, sondern um Ihre Organisation und Ihre Mitarbeiter zu entlasten.

6. Data Management

Sorgen Sie für sichere, schnelle und kundenfreundliche Verfügbarkeit von Daten über alle Plattformen hinweg.

7. Interfaces

Setzen Sie möglichst auf standardisierte Schnittstellen. Sie sorgen für Flexibilität.

8. Partnership

Niemand ist eine Insel. Suchen Sie sich Partner, um besondere Aufgaben zu stemmen.

9. Agility

Modernisieren Sie Ihre Organisation. Setzen Sie sich intensiv mit agilem Arbeiten und Design Thinking auseinander. Sorgen Sie im Unternehmen für Informationsauatausch und Transparenz. Lassen Sie Ihre Teams eigenverantwortlich arbeiten.

10. Training

Wissen schafft Vorsprung. Lassen Sie sich und Ihre Mitarbeiter kontinierlich weiterbilden.

Was sich auch 2025 nicht ändert

Einkaufen bleibt auch im Zeitalter der Digitalisierung und der Roboter menschlich. Es kann entspannen, manchmal sogar glücklich machen und Frust abbauen. Oder wie die Studienautoren es im Research-Deutsch formulieren: "Einkaufen dient auch in Zukunft dem Mood-Management."

Die komplette Studie gibt es es hier.

Mehr zum Thema Customer Centriciy finden Sie auf unserer Hubseite.


Autor:

Frank Zimmer

Redaktionsleiter Online mit analogem Migrationshintergrund. Seit 1996 im Internet. Buchautor ("Der Social-Media-Rausch") und Blogger ("Mittelrheingold"). Interessiert sich für Content Marketing und digitale Transformation. Hat eine Schwäche für Agenturen, weil er mal in einer gearbeitet hat.