Lernen von "Playboy": :
10 weitere Marken, die ihre Identität wechseln könnten

Der "Playboy" verbannt die Nackten. Und liegt damit im Trend. Wer noch auf den Ich-brauche-keinen-USP-mehr-Zug aufspringen könnte. Eine erste Übersicht von Susanne Herrmann.

Text: Susanne Herrmann

Der US-"Playboy" verbannt die Nackten. Und liegt damit im Trend. Wir trinken ja auch alkoholfreies Bier. Und immerhin gibt es neuerdings Bio bei McDonald's (als wäre einst die Einführung von Salat 1986 nicht schon ein Sakrileg gewesen). Wurstfabrikant Rügenwalder hat die vegetarische Wurst eingeführt. Nun, immerhin haben die beiden letztgenannten ihren USP dafür nicht ganz gestrichen. Dem "Playboy" bleiben ja vielleicht noch die Interviews. Konsequent gedacht, sollte das Herrenmagazin die vielleicht auch bleiben lassen. Und sich um die Freuden des Landlebens kümmern. Immerhin: Die deutsche Ausgabe, sagt der Chefredakteur, macht den Textilzwang nicht mit.

Wir haben noch weitere Abspeck-Ideen für Marken, die mal gründlich das Pfund, mit dem sie wuchern, abschmelzen und sich auf zeitgemäße Produkte konzentrieren könnten.

Apple ohne Handys - wo doch das Uhrengeschäft gerade so gut läuft! Und ein E-Auto in Planung ist ...

Nivea ohne Creme - es soll Unternehmen geben, die sind auch mit Produkten rund um die Rasur erfolgreich.

Ikea ohne Möbel. Was die Kunden dagegen immer kaufen: Teelichter. Marktlücke! Plan B: Weihnachtsdeko.

RTL II ohne Scripted-Reality-Sendungen. Ohne Doku-Soaps. Ok, wir geben es zu: Hier war der Wunsch der Vater des Gedanken.

Uhu ohne Klebstoff. Immerhin hat die Firma, die Klebstoff, Klebefilm, Klebepistolen, Holzleime - na ja, Kleber - herstellt, ja noch den Luftentfeuchter im Programm. Und wenn wir von Alleskleber sprechen, sagen wir künftig eben Rubafix.

Google ohne Suchmaschine. Adblocker dagegen scheinen im Moment sehr vielversprechend. Und man käme dem Gegner zuvor.

Instagram ohne Fotos. Neues Geschäftsmodell: Textnachrichten. Vorschlag: 140 Zeichen?

Twitter ohne Texte. Neues Geschäftmodell: Fotowand?

"Auto Motor Sport" ohne Autos - was der "Playboy" kann, kann doch die "AMS" schon lange, oder? Mehr Raum für Enrichtungs- und Modetipps.

W&V ohne Werbung - ach nee, lasst mal. Genug ist genug.

Übrigens: "Playboy" ohne Nackte, das inspiriert auch die Twitter-Szene zu hübschen Vergleichen:


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.