47.000 Euro für die Marmeladen-Stimme: Volker Lechtenbrink einigt sich im Zentis-Streit

"Glücksmomente" vor Gericht: Der Streit um Honorarkosten zwischen Sprecher Volker Lechtenbrink und einem Münchner Werber ist vor dem Landgericht München I mit einem Vergleich beigelegt worden. In der Verhandlung kamen die Zahlen auf den Tisch.

Text: Frauke Schobelt

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Karl-Heinz Johnen ist eigentlich ein Fan von Volker Lechtenbrink. Der Geschäftsführer des Marmeladenherstellers Zentis hatte sich nämlich offenbar ausdrücklich den Schauspieler als Sprecher für die Zentis-Kampagne "Glücksmomente" gewünscht, die 2011 startete. Das hat jedoch seinen Preis, denn Volker Lechtenbrink ist mit seiner markanten Stimme als Sprecher gefragt, er synchronisiert unter anderem Stars wie Kris Kristofferson oder Dennis Quaid.

Lechtenbrink sagte zu - doch das Engagement hatte jetzt ein Nachspiel vor dem Landgericht München I, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Denn: Der Schauspieler und ein Münchner Werbeagent stritten sich ums Honorar für den Zentis-Deal.  Zum Hintergrund: Anfang 2011 gewann Serviceplan Sales den Marketing-Etat von Zentis und entwickelte die Kampagne "Glücksmomente" mit dem Claim "Zentis auf. Gut drauf". Ein Münchner Agent nahm auf ausdrücklichen Wunsch von Karl-Heinz Johnen Kontakt zum Management von Lechtenbrink auf, beide Seiten einigten sich schließlich auf stattliche 40.000 Euro Gage für 2011 und weitere 22.000 Euro für 2012. Zentis ließ die Kampagne jedoch 2011 auslaufen und Volker Lechtenbrink erhielt die vereinbarte Summe für 2012 nicht mehr. Da er das Honorar jedoch als Gesamtpaket verstanden hatte, verklagte der Schauspieler den Münchner Werber, der ihn angeheuert hatte.

Allerdings gab es offenbar keinen klaren Vertrag für die Vereinbarung, stattdessen wurde dem Gericht ein reger Mail-Verkehr vorgelegt. "Basiert denn die ganze Branche nur auf E-Mails", klagte laut "Süddeutsche Zeitung" der Vorsitzende der 34. Zivilkammer. Deshalb mussten als Zeugen die Managerin, der Zentis-Geschäftsführer und ein Werbespot-Producer angehört werden, um die Sachlage zu klären. Schließlich einigte man jetzt sich auf einen Vergleich, den der Vorsitzende anregte: Lechtenbrink bekommt noch 7.000 Euro und alle tragen ihre Prozesskosten selbst.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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