Für Frequenz am Schaufenster sorgen

Schaut man sich die Rückgänge der organischen Reichweiten von Facebook-Seiten in den vergangenen Jahren an, dann sind diese ohne Werbe-Spendings etwa so wie der Traffic in der Hamburger Mönckebergstraße in Zeiten von Corona. Doch niemand baut einen Laden in einer Innenstadt, die immer mehr verwaist.

Um Facebook Shopping für Marken und Händler interessant zu machen, brauchen die Shops Stabilität beim organischen Traffic und zwar dauerhaft. Und auch mit Blick auf Paid Traffic werden Shopbetreiber nur dann die notwendigen Investitionen in Facebook Shops tätigen, wenn sie entsprechende Planungssicherheit haben. In ein Einkaufszentrum, in dem permanent Besucherrückgänge und Mieterhöhungen drohen, wird weder on- noch offline jemand einziehen.

ZDF – Zahlen, Daten, Fakten

Als Facebook in den 2000er Jahren gestartet ist, war es in Sachen Transparenz gegenüber Unternehmenskunden geradezu ein Musterbeispiel. Firmen bekamen kostenlos ein Profil und dazu extrem detaillierte Statistiken. Dieses Augenmerk auf Daten war einer der Gründe, wieso Facebook sich so schnell gegen deutsche Wettbewerber durchsetzen konnte.  

Mittlerweile ist es für  Plattformen unerlässlich, extrem gute Daten zu liefern, dies gilt gerade im Onlinehandel. E-Commerce bedeutet ständige Conversion-Optimierung und Warenkorb-Maximierung. Optimieren kann man dabei nur, was man auch analysieren kann – deshalb sind die Daten so wichtig. Facebook Shops wird nur dann mit anderen E-Commerce-Kanälen mithalten können, wenn Marken und Hersteller volle Transparenz über die Performance in den Shops erhalten. Sie müssen sehen, welche Artikel, welche Produktseiten gut konvertieren und welche nicht. Und sie müssen die Instrumente bekommen, um darauf kurzfristig reagieren zu können.

Offene Schnittstellen

Wenn Facebook nicht nur den "Laden um die Ecke"  sondern auch große Marken und Händler für Shops gewinnen will, dann sind offene Schnittstellen (APIs) von entscheidender Bedeutung. Denn diese Unternehmen werden immer auf verschiedenen Kanälen aktiv sein (eigener Online Shop, Marktplätze, FB Shops, etc.). Sie müssen ihr Geschäft kanalübergreifend steuern, um diese Engagements gegeneinander abzuwägen.

Facebook Shops wird unseres Erachtens nicht "too big to ignore" – stattdessen hat es nur eine Chance, wenn es den Unternehmen die Chance gibt, Daten und Sortimente in zentralen Analyse- und Steuerungstool zu exportieren und holistisch zu managen. Nur so kann Facebook Shops ein vollwertiger Absatzkanal werden.

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Zugang zu den Kunden

Klar, es ist das größte Kapital von Facebook – und gleichzeitig das sensibelste: die Kundendaten. Kein Berater würde Facebook raten, diese leichtfertig an Dritte zu geben. Allerdings: Will Facebook Shops erfolgreich sein, dann wird ein zentraler Erfolgsfaktor sein, eine direkte Verbindung zwischen Endkunde und Shopbetreiber zu ermöglichen. Sei es durch E-Mails, Nachrichten im Facebook Messenger Ökosystem oder via Retargeting.

E-Commerce ist heute selten direkt beim ersten Kauf profitabel – den zweiten oder dritten Kauf kann aber nur triggern, wer den Käufer kennt. Händler müssen den Customer Lifetime Value durch Follow-Up-Bestellungen möglichst maximieren, um neben den Produktkosten auch ihre Kundenakquisitionskosten wieder reinzuholen und eine Marge zu erwirtschaften. Zudem ermöglicht ein gut durchdachter Mechanismus des Direktkontakts noch mehr Inspiration für die Endkunden.

Fazit:

Wir haben uns  in der Branche umgehört – viele Menschen bei Händlern, Herstellern und Dienstleistern sind neugierig auf Facebook Shops. Nur gut umgesetzt wird es allerdings das volle Potenzial entfalten.


Jan Bechler, Finc3

Jan Bechler, Finc3

Jan Bechler, Gründer und Teil der Geschäftsführung von Finc3 Commerce. Die Agentur begleitet Kunden wie Unilever, Bosch und Bahlsen bei ihrem Engagement auf Online-Plattformen und Marktplätzen



Autor: W&V Leserautor

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