Olapic-Studie "Deutschland Online" :
5 Trends für den Einzelhandel der Zukunft

Mobiler Umsatz, Omnichannel-Strategien, neue Techniken? Themen, die den Einzelhandel umtreiben - und die Olapic zusammen mit Worldwide Business Research Insights hinterfragt. 

Text: Petra Schwegler

Wie begegnet der deutsche Einzelhandel dem Wandel? Wie gehen die Händler mit den massiven Umbrüchen aufgrund neuer Techniken und mobiler Anwendungen sowie mit sich ständig ändernden Kundenpräferenzen um? Wie gestalten sie in Zukunft eine nahtlos verknüpfte Customer Journey für moderne Käufergruppen? Das wollte Olapic wissen, Marketing-Plattform für visuelle Inhalte. Worldwide Business Research Insights machte sich auf, im Vorfeld der eTail Germany Mitte März 100 Topmanager von führenden deutschen Einzelhändlern zu diesen Punkten zu befragen.

Die Ergebnisse listet die Studie "Deutschland Online" auf, die aufzeigt, wie der Einzelhandel der Zukunft mobilen Umsatz generiert, Omnichannel-Strategien betreibt und neue Technologie nutzt. Hier die 5 Trends der Olapic-Studie:

Erstens. Personalisierung ist der Schlüssel

 Die Forscher werten diese als eines der wichtigsten Ergebnisse: Personalisierung sei "definitiv ausschlaggebend" für den deutschen Einzelhandel. Alle Befragten bestätigen, dass sie in den nächsten 12 Monaten in die Personalisierung ihrer Services investieren werden. Und mehr als die Hälfte davon wollen über eine Million Euro ausgeben, um dieses Ziel zu erreichen.

Neben der Implementierung von Mobile Commerce und der Optimierung der User Experience auf Websites stehe auch die Nutzung von interessantem visuellem Content für den Einzelhandel ganz oben auf der Agenda. Einigkeit besteht darin, dass insbesondere die Kombination von fortschrittlicher Technologie und soliden visuellen Inhalten dabei helfen kann, Kunden individueller als bisher anzusprechen. 

Obwohl der mobile Handel bei vielen im Fokus steht, glauben 44 Prozent der Teilnehmer, dass sie einer umfassenden Omnichannel-Strategie immer noch nicht gerecht werden. 40 Prozent können zudem auch noch nicht genau den über mobile Geräte erzielten Umsatz nachvollziehen.

Zweitens. Smartphones werden zum wichtigsten Gerät

57 Prozent der deutschen Retailer geben an, dass die mobile Conversion 4 Prozent oder höher beträgt. Das unterstreicht die Tatsache, dass der Einzelhandel einen erheblichen Aufwand betreibt, um den mobilen Handel zu optimieren. Eine große Herausforderung ist die Zuordnung von Datensätzen zu den Customer Journeys auf unterschiedlichen Geräten und Touchpoints.

Um die vollständige Customer Journey zu verstehen, sei es notwendig, die Kunden auf allen Geräten zu identifizieren, heißt es. Wenn die Kunden jedoch von einem auf ein anderes Gerät wechseln, ist es schwer, ihnen "auf der Spur zu bleiben". 

Drittens. User Generated Content (UGC) ist auf dem Vormarsch

Auf die Frage, wie sie Onlinekäufer an ihre Marke binden möchten, gaben die Teilnehmer mehrheitlich an, dass sie vor allem jene Reibungspunkte beseitigen wollen, die zum Kaufabbruch führen. Dies kann durch das Erstellen von Online-Profilen, die Speicherung von Kartenangaben, bessere Lieferoptionen und One-Click Checkout-Optionen verhindert werden. Über 50 Prozent der Befragten ergreifen noch weitere Schritte, um die Kundenbindung zu verbessern.

Die Integration von User Generated Content auf den Produktseiten und die Breitstellung von personalisierten Inhalten zählen zu den wichtigsten Maßnahmen. Der Einzelhandel erkennt nach und nach, dass dabei die Platzierung des richtigen Inhalts ausschlaggebend für Kaufimpulse ist.

So nutzen 58 Prozent der Retailer Kurzvideos, um Kaufentscheidungen zu unterstützen. 87 Prozent der Befragten zeigen bereits Fotos, die von Usern aufgenommen wurden und 64 Prozent binden von Usern gedrehte Videos auf ihren Websites ein. 

Viertens. Social Advertising und Social Shopping werden bereits gern genutzt

Im Bereich Social Media ist der Einzelhandel laut Studie "gut aufgestellt". Fast alle Befragten integrieren demnach  die gängigen Social Networks in ihr E-Commerce-Angebot. Obwohl die Verknüpfung organischer Posts mit der Website die häufigste Verbindung ist, spiele auch Social Advertising eine wichtige strategische Rolle. 68 Prozent geben an, dass sie sich auch hierauf konzentrieren.

"Darüber hinaus gab über die Hälfte an, eine Shoppable-Instagram-Lösung implementiert zu haben, sodass direkt aus dem Kanal heraus auf das jeweilige Shopping-Portal weitergeleitet werden kann", lautet ein weiteres Ergebnis.

Sofern Werbung über soziale Medien geschaltet wird, sehen die befragten Einzelhändler eigene Fotos der Verbraucher, die das Produkt oder die Dienstleistung zeigen, als die wirksamste Form von visuellem Content. Diese Erkenntnis sei besonders interessant, da sie zeige, dass User Generated Content eine stärkere Beziehung zwischen Marke und Verbraucher herstelle und daher ein besseres Ergebnis bringe als Aufnahmen, die von den Brands selbst inszeniert wurden. 

Fünftens. 80 Prozent der Teilnehmer nutzen bereits Content von Influencern

Laut der Studie "Deutschland Online" sind Retailer überzeugt, dass Inhalte von Youtuber, Instagrammer und anderen Meinungsführern im Social Web  Authentizität rund um ihre Marke schafft. Einen Aspekt, den der Einzelhandel jedoch beachten müsse, sei die Auswahl der richtigen Art von Influencern, "denn diese sollten auch dieselben Markenwerte vermitteln".

Dabei sei die Follower-Zahl nicht einzig ausschlaggebendes Kriterium. Vielmehr sollte sich die Influencer möglichst stark mit der Marke identifizieren, damit diese die Botschaften glaubwürdig verbreiten kann. 

Hier die zentralen Ergebnisse im Überblick:

Der Umbruch im Einzelhandel veranschaulicht...

Der Umbruch im Einzelhandel veranschaulicht...

Jose de Cabo, Co-Founder von Olapic, rät anhand der Ergebnisse: "Viele der untersuchten Marken konzentrieren sich darauf, ihre Kunden mit dem richtigen Content zum richtigen Zeitpunkt anzusprechen. Nach wie vor ist der Mangel an Zeit, Ressourcen und Technologie für das effektive Mapping der Customer Journey eine Herausforderung."

Olapic  - Anbieter von visuellen Lösungen für User-Generated Content sowie von Influencern und Marken generierten visuellen Inhalten - sei der Überzeugung, dass es hier ein "enormes Potenzial für den Aufbau stärkerer Beziehungen zwischen Verbrauchern und Marken" gebe. Und: "Ziel sollte die konsistente Einbeziehung von Usern, Influencern und der Marke selbst in die Content-Entwicklung sein– und das konsequent an allen Touchpoints der Customer Journey."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.