Statistik :
678 Euro mehr - Kaufkraft steigt kräftig

Laut dem Geomarketing-Spezialisten Nexiga stehen dem deutschen Verbraucher in diesem Jahr durchschnittlich 678 Euro mehr für Konsum zur Verfügung.

Text: Rolf Schröter

Im Süden von München ist das Geld zuhause.
Im Süden von München ist das Geld zuhause.

Einmal jährlich ermittelt der Full-Service-Anbieter Nexiga die Kaufkraft deutscher Verbraucher. Und die steigt in diesem Jahr deutlich. Lag die Kaufkraft 2017 noch bei 22.847 Euro pro Kopf, wird sie dem Trendbarometer zufolge 2018 schon bei 23.525 Euro pro Einwohner liegen. Somit hätten die Deutschen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Schnitt 678 Euro mehr zur Verfügung. Das ist ein Plus von knapp drei Prozent.

Hier sitzt das Geld

Vor allem in und um Großstädte ist die Kaufkraft in Deutschland besonders hoch. Halbmondförmig ziehen sich die Gemeinden mit der höchsten Kaufkraft durch den Westen Deutschlands: von Hamburg über Hannover, die Rheinschiene mit Düsseldorf, das Rhein-Main Gebiet um Frankfurt und die Region Stuttgart bis in den Raum München.

Zu den kaufkraftstärksten Gemeinden gehören laut Vergleichsindex einmal mehr Grünwald bei München, Wohltorf bei Hamburg und Königstein im Taunus. Dort verfügen die Einwohner über mehr als doppelt so viel Kaufkraft wie im Bundesdurchschnitt.

Zu den "ärmsten" Gemeinden zählen Anklam in Mecklenburg-Vorpommern, Zittau in Sachsen und Prenzlau in Brandenburg – allesamt Gemeinden, die in den neuen Bundesländern liegen. Aber auch im Westen Deutschlands gibt es kaufkraftschwächere Städte wie zum Beispiel Bremerhaven in Bremen oder Duisburg in Nordrhein-Westfalen.

Weil bei den derzeit niedrigen Zinserträgen das Sparen wenig lohnt, verführt der volle Geldbeutel die deutschen Verbraucher zum Shoppen. Für Unternehmen können die Informationen aus der Kaufkraft-Karte von Nexiga wertvoll sein, weil sich anhand dieser Grafik die solventesten Regionen Deutschlands ermitteln lassen. Diese Informationen können direkt in die Planung von Marketing- und Vertriebsaktivitäten einfließen. Auch unternehmerische Entscheidungen – etwa die Planung neuer Standorte oder Vertriebswege – können mithilfe der Kaufkraft-Karte untermauert werden.

Was heißt "Kaufkraft"?

Unter dem hier verwendeten Begriff Kaufkraft wird der Anteil des "verfügbaren Einkommens" der Wohnbevölkerung verstanden. Basis ist die Erfassung des Nettoeinkommens der privaten Haushalte. Neben dem Erwerbseinkommen zählen dazu auch Renten, Arbeitslosengeld, Transferleistungen (HartzIV), Kindergeld und Kapitaleinkünfte. Die Kaufkraft wird am Wohnort erfasst und sagt somit nicht aus, wo das verfügbare Geld ausgegeben wird.

Die Angaben sind eigene Berechnungen von Nexiga auf Basis von Daten des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), des Statistischen Bundesamts und der Bundesanstalt für Arbeit.


Autor:

Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Leiter des Marketing-Ressorts der W&V und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat.