Hershey, einer der weltweit führenden Schokoladenproduzenten, bestätigte am Freitag der Zeitung "USA Today", sich dem Boykott anzuschließen und im Juli keine Anzeigen zu schalten. Zudem wolle das Unternehmen seine Ausgaben für Facebook und die Tochter Instagram für den Rest des Jahres um ein Drittel kürzen. Zuvor hatten sich bereits der Mobilfunk-Gigant Verizon und die beiden Outdoor-Marken The North Face und Patagonia der Initiative #StopHateForProfit angeschlossen.

Zuckerberg will nun stärker gegen Hassnachrichten vorgehen

Wohl unter dem wachsenden Druck kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Freitag in einem Livestream an, künftig stärker gegen Hassnachrichten vorzugehen, Falschmeldungen unmittelbar vor der US-Präsidentenwahl zu löschen sowie die Standards für Werbung zu erhöhen. In der Werbung sollen künftig abwertende und hasserfüllte Botschaften bezüglich ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller  Vorlieben blockiert werden. Zudem sollen einige Facebook-Inhalte, die eigentlich gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks verstoßen, aber etwa aufgrund eines prominenten Absenders nachrichtenrelevant sind, mit Hinweisen versehen werden.

Einige Unternehmen äußerten allerdings Zweifel an der Effizienz dieser Maßnahmen. "Wir glauben nicht, dass Facebook gewalttätige und spalterische Reden auf seinen Plattformen effizient verwalten wird", schrieb Hershey in einer von "USA Today" zitierten Erklärung. "Trotz wiederholter Zusicherungen, Maßnahmen zu ergreifen, haben wir bisher keine bedeutsamen Veränderungen gesehen."

Die Aktien von Facebook und Twitter gerieten mit dem sich ausweitenden Boykott stark unter Druck: Facebook verlor am Freitag gut acht Prozent an Wert. (dpa/mw)