911-Designer Ferdinand Alexander Porsche gestorben

Er entwarf den legendären Porsche 911 und machte Porsche zur Design-Marke. Am Gründonnerstag ist Ferdinand Alexander Porsche in Salzburg gestorben. Ein Nachruf.

Text: Uli Busch

05. Apr. 2012

Er entwarf den legendären Sportwagen 911 und machte Porsche zur Design-Marke. Am Gründonnerstag ist Ferdinand Alexander Porsche in Salzburg gestorben. Der Ehrenvorsitzende des Porsche-Aufsichtsrates wurde 76 Jahre alt. F.A. Porsche studierte an der renommierten Hochschule für Gestaltung Ulm und trat 1958 in das Familienunternehmen ein. Vier Jahre später übernahm er die Leitung der Design-Abteilung. 1963 stellte er das Auto vor, das Porsche mittlerweile in der siebten Modell-Generation baut: den 911. Die Sportwagen-Ikone gilt immer noch als "der" Porsche schlechthin.

Anfang der 70er Jahre gründete er sei eigenes Design-Studio. Zunächst in Stuttgart und dann im österreichischen Zell am See entwarf er klassische Herren-Accessoires wie Uhren, Brillen und Schreibgeräte unter der Marke Porsche Design. Parallel dazu gestaltete er mit seinem Team mit dem Label Design by F. A. Porsche Industrieprodukte, Haushaltsgeräte und Gebrauchsgüter für Markenartikler. Porsche stand für strenge und klare Gestaltungslinien ein, für Lifestyle-Gaga hatte er nichts übrig. "Design muss funktional sein, und die Funktionalität muss visuell in Ästhetik umgesetzt sein, ohne Gags, die erst erklärt werden müssen", lautete das Credo für seine gestalterische Arbeit. Die Form sollte sich verständlich präsentieren und nicht ablenken vom Produkt und dessen Funktion. "Gutes Design soll ehrlich sein", forderte Porsche.

Dem von seinem Großvater Ferdinand Porsche gegründeten Automobilunternehmen blieb Ferdinand Alexander als Gesellschafter und Aufsichtsrat verbunden - auch in schwierigen Zeiten. Von 1990 bis 1993 war er Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG. Die Firma steckte damals tief  in der Krise. F.A. Porsche holte Wendelin Wiedeking in den Vorstand und leitete damit die wohl glanzvollste Epoche der Unternehmensgeschichte ein. 2005 übergab er sein Aufsichtsratsmandat an seinen Sohn Ferdinand Oliver und übernahm den Ehrenvorsitz des Aufsichtsrates.


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