Protest :
Abercrombie & Fitch nervt Münchner mit Markenduft

Klicktipp "Süddeutsche Zeitung": Anwohner fühlen sich durch das Markenparfüm von Abercrombie & Fitch in München massiv belästigt. Das städtische Gesundheitsreferat schnüffelte rund ums Geschäft - und schickt dem Modekonzern jetzt einen Warnbrief.

Text: Frauke Schobelt

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Auf ein Markenschild am Eingang verzichtet Abercrombie & Fitch: Den Weg ins Modegeschäft weisen junge Männer mit nackten Oberkörpern - und das Parfüm "Fierce" (zu deutsch: "wild"), das durch Lüftungsanlagen in die Sendlinger Straße in München geblasen wird. Das machte allerdings nicht Kunden, sondern vor allem die Anwohner wild, denn die fühlen sich durch die Marken-Gerüche massiv belästigt, wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer heutigen Ausgabe schreibt.

"Die Wolke reicht manchmal sogar bis zum Marienplatz. Wie kann sich eine einzige Firma so des Luftraums bemächtigen?", zitiert die SZ eine zürnende Anwohnerin. Auf der Bürgerversammlung des betroffenen Bezirks Alstadt-Lehel hatte sie deshalb - unterstützt von vielen Bürgern - den Antrag gestellt, die Stadt möge etwas gegen diese spezielle Verkaufsförderung von Abercrombie & Fitch unternehmen. Das städtische Referat für Gesundheit und Umwelt handelte und erschnüffelte die Sachlage rund ums Geschäft. Ihr Fazit: In den Verkaufsräumen und in einer Entfernung von 70 Metern zur Filiale sei ein intensiver Parfümgeruch vorhanden. Dadurch müssten die unmittelbaren Nachbarn "erhebliche Belästigungen" erdulden - vor allem in der wärmeren Jahreszeit.

Abercrombie & Fitch erhielt deshalb einen Warnbrief des Gesundheitsreferates, das juristische Konsequenzen androht, sollte das Unternehmen in der Sendlinger Straße nicht sein Gebläse drosseln. Mehr dazu lesen Sie im Artikel der SZ. 

Für Aufsehen in München sorgte die amerikanische Modekette jüngst auch mit ihren strikten Verhaltensregeln für Mitarbeiter.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



3 Kommentare

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Anonymous User 19. Februar 2013

jede pommesbude muss sich um die abluft kümmern und hat ja auch tatächlich die notwendigkeit. ein klamottengeschäft, dass die umgebung mit "parfum" verpestet ist nicht trendy sondern unfug. als nachbar würde ich auch dagegen vorgehen.

jeder, der auf seinem balkon zu oft grillt muss sich gerichtlich verantworten, wenn er einen entsprechenden nachbarn hat - warum darf so ein unternehmen überhaupt grundlos die umwelt unsinnig belasten?

Anonymous User 19. Februar 2013

Das hat mit dörflicher Einstellung nichts zu tun. Es ist in der Filliale in der Sendlinger Straße wirklich extrem. Weder in NewYork noch in London war das vergleichbar... Kann die Anwohner absolut verstehen!

Anonymous User 19. Februar 2013

München - das größte Dorf der Welt

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