Bereits vor der Coronakrise war Airbnb tief in die roten Zahlen gerutscht. Laut dem Finanzdienst Bloomberg schrieb das Unternehmen in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Höhe von 276,4 Millionen Dollar (247,7 Mio. Euro), nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Als Reaktion auf die durch die Coronakrise verursachten Einschränkungen im Reiseverkehr hatte Airbnb Mitte des Monats die Stornierungsrichtlinien weltweit ausgeweitet. So ermöglichte es der Onlinemarktplatz Gastgebern und Gästen, Buchungen kostenlos und ohne Sanktionen zu stornieren.

Inzwischen teilte das Unternehmen mit, dass Gäste, die vor dem 14. März gebucht hatten und bei denen die Reise vor dem 31. Mai beginnen sollte, ihr Geld im vollen Umfang zurückerhalten. Ursprünglich war diese Regelung nur für Reisen bis zum 14. April vorgesehen. Darüber hinaus stellt das Unternehmen 250 Millionen Dollar bereit, um Gastgeber für die ausgefallenen Buchungen zu entschädigen.

Die Werbeabstinenz von Tourismusunternehmen wie Airbnb dürfte in den kommenden Wochen und Monaten einen nicht unerheblichen Einfluss auf den digitalen Werbemarkt haben. In den USA lag der Anteil der Reisebranche an den gesamten digitalen Werbespendings im vergangenen Jahr bei 8,4 Prozent.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.