Tourismus :
Airbnb wehrt sich gegen Werbeattacke New Yorker Hoteliers

New Yorker Hoteliers bringen Airbnb in Verbindung mit Terrorismus. Die Plattform wehrt sich auf Youtube.

Der New Yorker Hotelverband schürt Angst vor Terroristen.
Der New Yorker Hotelverband schürt Angst vor Terroristen.

Die Home-Sharing-Plattform Airbnb entwickelt sich immer mehr zum professionellen Vermieter und ernstzunehmenden Wettbewerber der Hotellerie. Nun hat der New Yorker Hotelverband (Hotel Association of New York City/Hanyc) in der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem unliebsamen Wettbewerber zu scharfen Waffen gegriffen. Die Interessenvertretung der Hoteliers hat in Kabelnetzwerken einen Werbespot ausstrahlen lassen, der Airbnb sogar in Verbindung mit Terrorismus bringt. Die Hotels haben laut einem Bericht der New York Daily News für die polarisierende Kampagne 500.000 Dollar ausgegeben.

Hotelverband schürt Angst vor Terroristen

Der 30-sekündige Spot zeigt Ausschnitte aus TV-Nachrichten, die Airbnb in negativem Zusammenhang zeigen. Darunter befinden sich auch Medienausschnitte zu dem Anschlag in Manchester, bei dem 22 Menschen getötet wurden. Medien hatten zunächst - fälschlicherweise -  berichtet, der Attentäter habe eine Wohnung über Airbnb angemietet. In diesem Zusammenhang wirft der Hotelverband Airbnb vor, es weigere sich, die Adressen der rund 40.000 in New York vermieteten Appartements an die Behörden zu übergeben. "Wer wohnt in deinem Gebäude? Airbnb will es nicht sagen" wird im Spot gesagt und mit der Frage "Bist du sicher?" Angst gemacht. Auch auf seiner Webseite sammelt der Verband Negativmeldungen in Zusammenhang mit Airbnb.

Josh Meltzer, PR-Chef bei Airbnb, reagierte mit einem Brief an die Hoteliers. Airbnb habe mit dem traurigen Vorfall nichts zu tun, schrieb er. Es sei "verabscheuenswert", die Tragödie in Manchester für "eine zynische Firmen-PR-Kampagne zu verwenden". Auf Youtube wehrt sich Airbnb mit einem eigenen Clip, in dem ein Gastgeber zu Wort kommt. Der Clip zitiert auch die New York Post, die den Angriff auf Airbnb als "Schmierenkampagne" bezeichnet.

Airbnb stellt sich in seiner Werbekampagne gern als Home-Sharing-Plattform für Privatleute dar. Dabei ist die Plattform längst zu einem Profi-Tourismusanbieter geworden, der eine große Anzahl gewerblich vermieteter Wohnungen vermittelt. Weil dafür andere Regeln gelten als für private Vermietungen, gerät Airbnb überall auf der Welt in Konflikt mit Behörden.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.



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