Offensive gegen Verpackungsabfall :
Aldi packt aus

Vor allem in Folie eingeschweißtes Obst und Gemüse wollen Aldi Nord und Aldi Süd aus ihren Regalen verbannen. Doch die Verpackungsmission ist noch viel ehrgeiziger. 

Text: Petra Schwegler

Aldi Nord und Aldi Süd gehen auf Verpackungsmission - es soll weniger eingehüllt werden.
Aldi Nord und Aldi Süd gehen auf Verpackungsmission - es soll weniger eingehüllt werden.

Aldi startet das große Auspacken: Der Discounter will mit einer neuen Verpackungsstrategie den anfallenden Müll reduzieren. Mit dem Projekt "Die Aldi Verpackungsmission: Vermeiden. Wiederverwenden. Recyceln." soll in den Filialen von Aldi Nord und Aldi Süd der Materialeinsatz der Eigenmarken-Verpackungen bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent reduziert werden.

"Bis 2022 sollen zudem 100 Prozent der Eigenmarken-Verpackungen recyclingfähig sein", heißt es in der Ankündigung des Unternehmens vom Mittwoch weiter.  Mit dieser Selbstverpflichtung förderten die Discounter den "wichtigen Ausbau der Kreislaufwirtschaft in Deutschland und unterstützen die Pläne, die die EU-Kommission mit der Plastikstrategie jüngst vorgelegt hat".

Besonders steht dabei laut Aldi Obst und Gemüse im Fokus: In Folie eingeschweißte Artikel stünden symbolisch für die Frage nach der Notwendigkeit von Verpackungen. "Die Discounter planen die Verpackungsmenge bei Obst und Gemüse – unter Berücksichtigung der Produktqualität und der Lebensmittelverluste – größtmöglich zu reduzieren", heißt es. Gleichzeitig soll das Angebot an unverpackten Produkten stetig erweitert werden.

Wie der Discounter Verpackungsmüll reduzieren will.

Wie der Discounter Verpackungsmüll reduzieren will.

Was Aldi schon geschafft hat

Seit mehreren Jahren arbeiten die beiden Discounter nach eigenen Angaben daran, Verpackungsmaterial zu reduzieren oder nachhaltiger zu gestalten. "In den letzten fünf Jahren konnten die Unternehmensgruppen bereits rund zehn Prozent an Verpackungsmenge bei ihren Eigenmarkenprodukten einsparen", teilt Aldi weiter mit. Ein Beispiel in Zahlen: Dadurch, dass beide Discounter Obst und Gemüse möglichst in Mehrwegkisten transportieren, haben sie  nach eigenen Angaben 2017 mehr als 120 Millionen Pappkartons eingespart und konnten damit rund 50.000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen vermeiden.

Jetzt gehen die Discounter einen Schritt weiter, wie Philipp Skorning erklärt: "Die Verpackungsreduktion hat auf unserer Agenda bereits höchste Priorität. Mit der Strategie und der konkreten Zielsetzung setzen wir unser Engagement gegen Verpackungsabfall nun noch konsequenter fort", so der Group Buying Director bei Aldi Süd, verantwortlich für Qualitätswesen & Corporate Responsibility.

"Um unsere anspruchsvolle Planung umsetzen zu können, bewerten wir gemeinsam mit unseren Partnern alle Verpackungen und prüfen systematisch, inwiefern sie sich nachhaltiger gestalten oder einsparen lassen", fügt Rayk Mende hinzu, Geschäftsführer Corporate Responsibility bei Aldi Nord. Bekannt ist bereits, dass Aldi als erster große Lebensmitteleinzelhändler deutschlandweit alle Einwegtüten aus dem Sortiment nimmt; er bietet ab Ende 2018 ausschließlich Mehrwegtragetaschen an. Auch diverse Einweg-Plastikartikel sollen durch umweltverträglichere Alternativen oder Mehrwegvarianten ersetzt werden.

Wenn Verbraucher  sich über die Verpackungsmission von Aldi informieren wollen – der Discounter hat eigens eine Website eingerichtet mit Angaben zu bisherigen Erfolgen, Zielen und Maßnahmen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.