Social Media :
Aldi Süd haut mit Trachtenwerbung daneben

Ein vermeintlich im bairischen Dialekt gehaltenes Facebook-Posting lässt aufgrund zahlreicher Fehler die Gemüter der Einheimischen hochkochen.

Text: Manuela Pauker

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Aldi-Werbung: Gut gemeint - doch leider daneben.
Aldi-Werbung: Gut gemeint - doch leider daneben.

Lang dauert es nicht mehr bis zum Anstich: Am 16. September beginnt das 184. Oktoberfest auf der Theresienwiese in München. Höchste Zeit, also, sich mit Trachtenmode (oder was mancher dafür hält) einzudecken. Der Discounter Aldi Süd ist auch wieder mit dabei: Seit 26. August gibt es zum preisgünstigen Tarif Dirndl, Lederhosen und Accessoires für den Wiesn-Besuch.

Das Angebot wurde auch vermeintlich zünftig auf Facebook gepostet. Doch da griff das Social Media-Team von Aldi Süd, zu dem offensichtlich kein Native Speaker der Mundart zählt, ziemlich daneben: Nicht nur, dass der Satz "Des Scheene an der Wiesn: Ma hod oan Grund mehr, si zua vakleidlen" das Idiom arg strapaziert – ein „vakleidlen“ gibt es beispielsweise im bairischen Dialekt schon mal nicht. Und auch die Zeile "Am 26.8 gemma zum Oidi!" lässt manchem Dialektsprachler die Zehennägel hochrollen.

Trachtenfans sind erzürnt

Doch auch die Aussage an sich kommt bei den Nutzern gar nicht gut an. Entsprechend regen sich die Follower auf: "Ihr beleidigt uns ganz schee mit eurem blöden Spruch! Wir verkleiden uns nicht... Mia geh ma hoid zu besondere Anlässe gern in Tracht!", schreibt etwa Nutzerin Sonja Fastenmeier. Gefolgt von dem dringenden Appell: "Und wenn ma koa bayrisch kann, dann bitte bleim lossn!"

"Traditionelle und kulturell bedeutende Kleidung als ,Verkleidung‘ zu beschreiben, geht gar nicht", schimpft auch Nutzer Thomas Pfannkuch. "Das ist Beleidigung des bayerischen Volkes, der Tradition und unserer Kultur!"

Bei Aldi Süd zeigt man sich denn auch zerknirscht. "Seid doch nicht so streng mit uns... Fürs nächste Mal haben wir unser bayerisch verbessert. Versprochen!" postet das Team. Noch ist von der Verbesserung aber nicht viel zu bemerken. Der Satz enthält nämlich schon wieder einen Schnitzer: Wenn es um die Sprache geht, heißt es "Bairisch" statt "bayerisch".


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde



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