Für Oldigs ist Prime bereits jetzt eine starke Marke: "Da die Zweitmarke Prime bereits im Inkubator aller Amazon-Accounts etabliert wurde, sehe ich kein Risiko." Durch die Ausweitung der Services auf andere Bereiche könne die Marke weiter an Strahlkraft gewinnen. "Das Problem beginnt erst, wenn Prime-Kunden das liebgewonnene, gefühlt exklusive, all-inclusive bei Prime weggenommen wird."

Bei Ebay hat sich eine ähnliche Strategie bereits ausgezahlt: "Als Ebay das schrabbelige Flohmarktimage auf dem Weg zur höherpreisigen Kaufplattform für Neuware im Weg stand, wurden kurzerhand die Ebay-Kleinanzeigen ausgelagert. Was damals in der Ebay-Community für heftiges Flügelschlagen sorgte, erweist sich heute als kluger Move der Marke, der neue Zielgruppen an Ebay herangeführt hat."

In den Whole-Foods-Filialen prangen die blauen Prime-Schilder, um auf besondere Deals hinzuweisen. Auch die Verkäufer tragen Shirts und Kappen mit dem Prime-Logo. In den Filialen fehlt jeglicher Hinweis auf Amazon, ebenso in der Whole-Food-App.

Prime-Schilder in den Whole-Foods-Filialen.

Die Liste der Läden und der Bundesstaaten, in denen es die Prime-Deals gibt, wird immer länger. Gerade sind zehn weitere Bundesstaaten hinzugekommen. Damit sind in etwa der Hälfte aller Einkaufszentren die Sonderangebote für Prime-Mitglieder zu haben. "Aufgrund der positiven Resonanz in den vergangenen Monaten beschleunigen wir unsere Pläne, das Programm in weiteren Läden auszurollen", bekräftigt A.C. Gallo, Chef und COO von Whole Foods Market. In den USA hat Prime mehr als 100 Millionen Kunden. Jeder Vierte nennt Prime als seine Lieblingskundenkarte.

Wenn es nach Oldigs geht, steht auch noch eine weitere Verlagerung vom Online-Geschäft ins Reale an. Er sieht "Amazons Choice" auf bestem Weg ins Supermarkt-Regal. "Das ist ja inzwischen eins der glaubwürdigsten Qualitätssiegel. Das wäre dann Tchibo in zeitgemäß."


Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 


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