Mode :
Amazon Fashion greift mit Sarah Jessica Parker an

Amazon Fashion meint es ernst. Printanzeigen in der Vogue, ein TV-Spot im Privatfernsehen und ein Videoclip mit Sarah Jessica Parker setzen die Segel zum Angriff des E-Commerce-Giganten auf Modehändler wie Zalando und Otto.

Text: Christa Catharina Müller

Sarah Jessica Parker in ihrem neuen Büro. Szene 1: der erste Arbeitstag bei Amazon Fashion
Sarah Jessica Parker in ihrem neuen Büro. Szene 1: der erste Arbeitstag bei Amazon Fashion

Pünktlich zur New York Fashion Week hagelt es neuen Buzz aus der Modebranche: zum Start des Spektakels verlagert Kanye West den Laufsteg in den Four Freedoms Park nach Roosevelt Island, Esprit präsentiert eine Kapselkollektion mit dem Kultlabel Opening Ceremony und Amazon Fashion feiert, dass die Schuhe von Sarah Jessica Parker ab sofort im Sortiment des E-Commerce-Giganten erhältlich sind.

Moment, Amazon Fashion?

Kaum hat sich die - durchaus eitle - Modewelt daran gewöhnt, dass ein "Designer" wie Kanye West anderen etablierten Namen Konkurrenz macht, taucht ein weiterer Player auf der Bildfläche auf, der auf den ersten Blick dort nichts verloren hat. Warum eigentlich überrascht uns das?

Wer aufmerksam die vielen Seiten vor dem Inhaltsverzeichnis in einer sagen wir deutschen Vogue durchblättert, dem ist längst aufgefallen, dass Amazon dort Anzeigen schaltet. Ja, in einem Printtitel. Ja, für Mode. Amazon Fashion fliegt deutsche Moderedakteurinnen auch zu den British Fashion Awards nach London ein. Spätestens seit vergangener Woche, seit der neue TV-Spot läuft (Agentur: Joint London), dürfte es jeder normale TV-Zuschauer wissen: Die meinen es ernst. Die Segel des E-Commerce-Giganten sind zum Angriff auf Modehändler wie Zalando oder Otto gesetzt.

Im oben erwähnten Kurzvideo "The New Kid" mit Schauspielerin Sarah Jessica Parker, wird nicht nur erzählt, dass deren Schuhkollektion SJP ab sofort zum Sortiment von Amazon Fashion gehört, sondern ganz ungeniert, man möchte fast sagen: herrlich nebenbei, auch Werbung für Amazon Alexa und Echo (in Deutschland derzeit nur auf Einladung verfügbar) oder Amazon Prime gemacht. Hier der Clip:

Ob die Leute wirklich in Zukunft bei Amazon ihre Mode bestellen werden? Kann schon sein. Denn ihre Bücher kaufen sie dort ja auch. Oder: Was meint ihr, liebe W&V-Leser, wird passieren?


Autor:

Christa Catharina Müller
Christa Catharina Müller

ist seit Februar 2014 Redakteurin im Ressort Marketing, wo sie über Mode und digitales Marketing schreibt. Bevor sie zu W&V kam, hat sie ein Onlinevolontariat bei Condé Nast absolviert und war anschließend drei Jahre als freie Autorin tätig, unter anderem als Bloggerin für Yahoo.