The Man in the High Castle :
Amazon zieht Nazi-Kampagne nach Netzprotest zurück

Die Sitze in den U-Bahnen voll mit Nazi-Symbolen: Was in Deutschland ohnehin undenkbar wäre, geht offenbar auch in den USA nicht. Amazon zieht nun Motive der Kampagne für seine Serie "The Man in the High Castle" zurück.

Text: Susanne Herrmann

25. Nov. 2015 - 1 Kommentar

Die Sitze in den New Yorker U-Bahnen voll mit Nazi-Symbolen: Was in Deutschland ohnehin undenkbar wäre, geht offenbar auch in den USA nicht. Amazon zieht nun Motive der Kampagne für seine Serie "The Man in the High Castle" zurück. Die Verfilmung des Romans "Das Orakel vom Berge" von Philip K. Dick (1962) zeigt die Vereinigten Staaten, nachdem die Nationalsozialisten und Japaner den Zweiten Weltkrieg gewonnen und die USA unter sich aufgeteilt haben.

Dafür wurde fleißig plakatiert: Sogar Miss Liberty machte den Hitler-Gruß. Die Sitze in der U-Bahn wurde mit der "neuen" US-Flagge, die ordentlich Nazi-Symbolik zeigt, beklebt. Ganze Waggons zeigen Motive und Insignien aus der Serie. Das hätte hierzulande nicht einmal eine Agentur vorgeschlagen, geschweige denn ein Kunde umgesetzt. Nun zeigt sich, dass auch die Amerikaner hier das Ende ihrer Strapazierfähigkeit erreichen: Zahlreiche Kritiker machten ihrem Unmut vor allem via Twitter Luft.

Manche hatte Verständnis für Amazon, nicht aber für die New Yorker Bahngesellschaft MTA, die solche Motive akzeptiert. Dem Newsdienst Pix11.com sagte ein MTA-Sprecher: "Wir denken nicht, dass diese Werbung unsere Anzeigengrundsätze verletzt."

Längst nicht alle Twitterer stoßen sich an den Motiven mit Reichsadler und Motiven des japanischen Kaiserreichs.

Die U-Bahn-Motive zieht Amazon trotzdem nun zurück. An sich hätte die Kampagne bis Mitte Dezember laufen sollen.

Die Serie selbst übrigens scheint im Social Web fast ausschließlich Freunde gewonnen zu haben und gilt als sehenswert.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



1 Kommentar

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Anonymous User 25. November 2015

Kampagne hat funktioniert. Muss gar nicht bis Dezember laufen.

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