Pitch :
American Express überprüft globalen Mediaetat

Einen Großteil des Etats hält Mindshare. Und das bereits seit 20 Jahren. Die WPP-Agentur will zur Verteidigung antreten.

Text: Franz Scheele

Erstmals seit mehr als zehn Jahren will American Express seinen weltweiten Mediaetat überprüfen. Bereits seit 20 Jahren hält Mindshare einen Großteil des Etats. Letztmalig konnte die WPP-Agentur vor 13 Jahren den Etat gegen Initiative (IPG) und Carat (Dentsu) verteidigen. Wie das US-Branchenmagazin Adweek berichtet, sollen die derzeitigen Etathalter zum bevorstehenden Pitch eingeladen werden.

Der Schritt erfolgt, nachdem es in den vergangenen Monaten wichtige Veränderungen im Management des Finanzdienstleisters gegeben hat. So hatte erst im Februar der ehemalige President der Global Corporate Services von American Express Stephen Squeri die Position des CEO übernommen. Gleichzeitig wurde Elizabeth Rutledge nach 25 Jahren im Unternehmen zur neuen CMO befördert.

Auch im Kreativbereich hatte es vergangenes Jahr einen Einschnitt gegeben: Große Teile des Kreativetats waren Mitte 2017 von Ogilvy zur New Yorker Dentsu-Agentur McGarryBowen gewandert. Ein herber Schlag für Ogilvy, die den Kreativ-Leadetat seit 1962 betreut hatte.

Unklar ist bislang, ob American Express die Überprüfung des Mediaetats intern organisieren wird. Ebenso, welche Agenturen neben den Etathaltern zum Pitch eingeladen werden.

Agenturen, die zum Media-Pitch antreten, müssen sich allerdings auf sinkende Budgets einstellen. Denn American Express plant massive Kosteneinsparungen, die bereits zum Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen geführt haben. Insgesamt, so das Ziel, sollen etwa eine Milliarde Dollar an Kosten eingespart werden. Davon dürfte auch der Mediaetat betroffen sein. Lag er laut Kantar 2016 noch bei knapp über 500 Millionen Dollar, so waren es vergangenes Jahr nur noch knapp 300 Millionen.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.