Super Bowl 2017 :
Anheuser-Busch will ohne Bullshit werben

Die Brauerei Anheuser-Busch erläutert ihre Markenstrategien für die Super-Bowl-Kampagnen 2017.

Text: Susanne Herrmann

Der deutschstämmige Adolphus Busch heiratete die Tochter des Brauers Anheuser. Seine Geschichte will die Brauerei beim Super Bowl erzählen.
Der deutschstämmige Adolphus Busch heiratete die Tochter des Brauers Anheuser. Seine Geschichte will die Brauerei beim Super Bowl erzählen.

Die Brauerei Anheuser-Busch Inbev wird 2017 ihre politische Promi-Kampagne für Bud Light nicht fortsetzen. Der Slogan "Raise One to Right Now", der gut in ein Präsidentschaftswahljahr gepasst hat, wird abgelöst von "Famous Among Friends": Freundschaft steht stattdessen im Fokus.

Starthilfe für die neue Kampagnenstrategie soll ein 60-Sekünder geben, der im Super-Bowl-Werbeblock laufen wird - brutto wären dafür mehr als 10 Millionen Dollar fällig. Das ist für Anheuser-Busch noch nicht das Ende der Investitionen: Für die Marke Budweiser will sie laut "Adage" einen weiteren 60-Sekunden-Spot springen lassen, die AB-Marken Michelob Ultra (Agentur: FCB, Chicago) und Super-Bowl-Debütant Busch (Deutsch, New York) werden mit 30-Sekündern dabei sein.

Wie die aussehen? Marketingchef Marcel Marcondes verspricht zwar Storytelling, aber ohne Fantasiegeschichten - oder "Bullshit", wie er es nennt. Wahrhaftig will AB sein, Marken präsentieren, die der Konsument respektieren könne.

Für Bud Light bedeutet das, dass Wieden + Kenndy, New York, sich etwas Bodenständiges einfallen lassen musste. Marcondes in "Adage": "What you are going to see is not epic." Im Gegensatz also zu etwa dem ausdrücklich epischen Ansatz von Intel. Man wolle einfach nur Bud Light sein, das sei das beste, was die Marke tun könne: "Das ist keine Zauberei", sagt der Marketingverantwortliche.

Für die Marke Budweiser (Agentur: Anomaly) werde wie in den Vorjahren die Pferderasse Clydesdales dabei sein - eingebettet in die Erfolgsgeschichte des Einwanderers Adolphus Busch, der aus Deutschland kam und die Marke Budweiser 1876 in den USA gegründet hat. Er war mit der Tochter des ebenfalls deutschen Auswanderers Eberhard Anheuser verheiratet.

Diese uramerikanische Einwanderergeschichte ist dann in einem Jahr, in dem ein Donald Trump als Präsident amtiert, doch wieder irgendwie politisch.

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Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.