Ursprünglich hatte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) von Apple gefordert, die NFC-Schnittstelle des iPhones für Banking-Apps von Dritten freizugeben. Der Konzern müsse den Übertragungsstandard "zu angemessenen Konditionen nicht nur für die eigene Lösung, sondern auch für Dritte öffnen", sagte der DSGV im vergangenen Dezember. Man fordere einen "Zugang für alle Kunden".

Die Sinnesänderung erfolgte im Frühjahr 2019. Die Sparkassen haben den Schritt bereits mit einer Änderung ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen eingeleitet.

Parallel dazu testen deutsche Banken und Sparkassen derzeit eine Bündelung ihrer Zahlungsangebote, wie das Handelsblatt berichtet. Das Projekt laufe unter dem Namen #DK. Die Abkürzung steht für "Digitale Kreditwirtschaft". Darin geht es sowohl um die Girocard (aka EC-Karte) als auch das glücklose Paydirekt des DSGV sowie Giropay und das Handy-zu-Handy-Bezahlverfahren namens Kwitt. An dem Projekt arbeitet auch McKinsey beratend mit.

Den deutschen Geldhäusern geht es darum, bevorzugter Ansprechpartner für die Kunden zu bleiben. Nicht nur der Zahlungsverkehr ist eine wichtige Geldquelle. Auch weitergehende Produkte wie Kredite und Baufinanzierungen werden in der Regel von dem bevorzugten Finanzpartner gewählt.


Autor:

Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Leiter des Marketing-Ressorts der W&V und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat.