EU-Tabakrichtlinie :
Au revoir: Frankreich verbannt Markenlogos von Zigarettenschachteln

Die Deutschen sind gerade dabei Schockfotos auf Zigarettenschachteln einzuführen. Frankreich wagt in Sachen Tabakwerbung bereits den nächsten Schritt.

Text: Deutsche Presse-Agentur

18. Dec. 2015

In Frankreich sind Markenlogos auf Zigarettenpackungen künftig verboten. Die Nationalversammlung stimmte am Donnerstag endgültig für eine Regel für neutrale und einheitliche gestaltete Zigarettenpackungen, bei denen Markennamen nur noch als Text auftauchen dürfen. Damit will die sozialistische Regierung Zigaretten weniger attraktiv machen.

Die Regel ist Teil einer umstrittenen Gesundheitsreform, die die oppositionellen Konservativen und der von ihnen dominierte Senat entschieden abgelehnt hatten - letztlich hatte aber die Nationalversammlung das letzte Wort. Tabakhändler hatten dagegen protestiert, ihr Verband sprach am Donnerstag von einem "historischen Fehler". In Australien, Irland und Großbritannien sind ähnliche Regeln bereits beschlossen worden.

Deutschland hat erst diese Woche die EU-Tabakrichtlinie in ein neues Gesetz umgesetzt - und fährt einen weniger harschen Kurs gegenüber der Tabakindustrie. Deutsche Raucher müssen sich vom kommenden Frühjahr an auf Schockfotos und größere Warnhinweise auf Zigarettenschachteln einstellen. Von Mai 2016 an sollen zwei Drittel der Vorder- und Rückseite von Zigaretten- und Drehtabak-Verpackungen für kombinierte Warnbilder und aufklärende Texte reserviert sein - weit mehr als bisher schon. Einen entsprechenden Gesetzentwurf von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat das Bundeskabinett am Mittwoch in beschlossen. Eine Ausweitung des Werbeverbots wird in einem separaten Gesetz geregelt. Die 2014 ausgehandelte EU-Richtlinie für Tabakprodukte muss bis 20. Mai 2016 in deutsches Recht umgesetzt werden.


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