Super Bowl :
Audi: Super-Bowl-Millionen für Gleichstellung

Die teuerste und aufmerksamkeitsstärkste Werbezeit des Jahres in den USA nutzt der deutsche Autohersteller, um für Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen zu werben.

Text: Susanne Herrmann

Eine starke Frau soll sie mal werden, die Tochter des Audi-Fahrers im Super-Bowl-Spot.
Eine starke Frau soll sie mal werden, die Tochter des Audi-Fahrers im Super-Bowl-Spot.

Die teuerste und aufmerksamkeitsstärkste Werbezeit des Jahres in den USA nutzt der deutsche Autohersteller Audi, um für Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen zu werben. Immerhin gut 5 Millionen Dollar kosten 30 Sekunden beim Super Bowl 2017. Der 60-Sekünder mit dem Titel "Daughter", den Audi schalten will, ist noch keine 24 Stunden im Netz und hat schon 2,1 Millionen Youtube-Abrufe erreicht.

Voriges Jahr ging es um einen erwachsenen Sohn und seinen Vater, dieses Jahr handelt Audis Super-Bowl-Spot von Vater und Tochter. Eine Rennfahrerin. Deren Dad überlegt, wie er ihr einmal erklären soll, dass sie weniger wert sei als ein Mann.

Clever: Eine Institution in der US-Kultur und Erziehung, das Seifenkistenrennen, bildet die Basis für die Geschichte und schafft eine enge Verbindung zu den Zielgruppen. Der Spot von Venables Bell & Partners kommt unaufgeregt und ruhig daher, setzt aber auf die Kraft der starken Emotionen - die von Eltern, Frauen und allen, die sich für gleiche Rechte einsetzen.

So wie es Audi im Clip erklärt: Der Autobauer habe sich zur Gleichbezahlung verpflichtet. Und die Gleichbehandlung unterstreicht dann auch gleich, dass bei dem Spot eine Frau Regie führte, im Filmgeschäft eher selten, Aoife McArdle. Sie hat schon für P&G, Under Armour, Honda und Samsung gedreht. "Als Teil der Botschaft von der Gleichberechtigung fand Audi, es sei wichtig, eine Regisseurin zu engagieren", zitiert der Branchendienst "Adage" eine Audi-Sprecherin.

Zugleich gibt sich Audi mit der Botschaft zukunftsorientiert - was zum gewünschten Markenbild passt. Zu tun hat der Konzern aber auch noch, was Gleichberechtigung angeht: Nur zwei der 14 Audi-USA-Vorstände sind weiblich. Jeri Ward verantwortet die Kommunikation, Christine Gaspar die Personalabteilung. Von den sechs Vorstandsmitgliedern bei Audi in Deutschland sind alle männlich.

Dafür teilt Audi USA mit, man fördere die Gleichstellung von Frauen unter anderem mit einem Absolventenprogramm, das auf einer 50:50-Quote besteht, und baue gemeinsam mit dem American Film Institute ein Programm auf, das weibliche Regisseure fördere.

Rund um seine Super-Bowl-Kampagne installiert Audi den Hashtag #DriveProgress für Gleichstellungsinitiativen, ein eigener Snapchat-Filter soll den Dialog mit den Konsumenten fördern und sie ermuntern, eigene Geschichten zum Thema zu teilen.

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Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.